"Wozu Experten?" - Jahrestreffen der heimischen Technikfolgen-Forscher in Wien

Dritte Österreichische TA-Konferenz des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Montag, 26. Mai

Wien (OTS) - "Wissenschaftliche Expertise zwischen politischen Ansprüchen und öffentlicher Skepsis" umreißt der Untertitel zur Veranstaltung des ITA das thematische Spannungsfeld, in dem die Beiträge renommierter Technikfolgenforscher aus dem In- und Ausland angesiedelt sind. Fragen um Gentechnik, Stammzellenforschung, Bioethik, Euthanasie, Sicherheit der Privatsphäre oder Gesundheitsrisiken neuer und neuester Technologien beherrschen immer wieder - mehr oder minder emotionsgeladen - die öffentlich-politische Diskussion.

So unterschiedlich die Antworten der Politik auf Fragen dieser Art ausfallen, der Weg zur Lösung ist in aller Regel der gleiche: Man befragt ExpertInnen - oder versucht gleich, Entscheidungen auf sie abzuschieben. Leben wir also heute in einer "Expertokratie" und wenn ja, was bedeutet das? Gerade auch die "institutionalisierte" Technikfolgen-Forschung ist aufgerufen, sich den Herausforderungen von Funktion, Autorität und Legitimation wissenschaftlicher Politikberatung zu stellen. Aber auch die Rolle von "Gegenbewegungen" wie Bürgerinitiativen, Konsensuskonferenzen und anderer partizipativer Verfahren ist in diesem Zusammenhang zu bewerten.

Namhafte Forscher werden am Montag, 26. Mai, in ihren Hauptvorträgen den Einstieg in eine breitgefächerte, einschlägige Diskussion bieten: So wird sich die aus Wien stammende und zur Zeit an der ETH Zürich lehrende Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny mit "Produktion, Evaluierung und Verwendung von Wissen" beschäftigen, Helmut Wilke, Soziologe und Systemtheoretiker von der Universität Bielefeld die Frage stellen, welche Expertise die Politik braucht und Thomas Saretzki, Politikwissenschafter von Universität Lüneburg auf das "Spannungsdreieck" Wissenschaft - Öffentlichkeit - Politik eingehen.

Am Nachmittag folgen in drei Parallelsitzungen insgesamt 18 Vorträge von österreichischen, deutschen und schweizerischen Sozial-und Technikfolgenforschern. Einzelne Sitzungen beschäftigen sich mit dem Nutzen und den Grenzen wissenschaftlicher Politikberatung, deren Rollenwandel und den Unterschieden in verschiedenen politischen Kulturen, den Herausforderungen durch Entscheidungen unter Unsicherheit und durch die Einbeziehung von Laienperspektiven und schließlich mit der Politikberatung durch Ethikkommissionen. Insgesamt erwarten die Veranstalter des ITA rund 150 Teilnehmer zu ihrer Jahrestagung.

Dritte Österreichische TA-Konferenz "Wozu Experten? -Wissenschaftliche Expertise zwischen politischen Ansprüchen und öffentlicher Skepsis". 26.5.2003, Österreichische Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19/1. Stock, 9:30 bis 17:30 Uhr

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