Kusej wird Salzburgs Schauspielchef - Flimm verlässt Festspiele

Wien (OTS) - Spektakulärer Generationswechsel bei den Salzburger Festspielen: Schauspielchef Jürgen Flimm demissioniert nach dem Sommer 2004. Ihm folgt der Österreicher Martin Kusej. Das bestätigt Intendant Peter Ruzicka auf Anfrage in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe.Ruzicka: "Flimm hatte von vornherein nur einen Dreijahresvertrag. Wir wollten sehen, ob der Vorrat an gemeinsamen Ideen für diese Zeit trägt. Die einzige Meinungsverschiedenheit betraf das Mozart-Jahr 2006. Ich habe schon bei meiner ersten Pressekonferenz gesagt, dass ich 2006 das gesamte Opernschaffen Mozarts zeigen will. Das wird ein Jahr, wie es in der Geschichte der Festspiele noch nicht da war. Entsprechend muss da das Schauspiel eine Rolle übernehmen, die von den Jahren davor und danach abweicht. Zum Beispiel werden wir das Landestheater durchgängig für vier Jugendopern Mozarts brauchen. Über diesen Punkt sind Flimm und ich nicht hinweggekommen."

Kusej, der zu Beginn der Ära Ruzicka einen weltweit bewunderten und umstrittenen "Don Giovanni" fertigte und sich soeben vom nächstjährigen Bayreuther "Parsifal" verabschiedet hat, ist Ruzickas Wunschkandidat. Der Intendant in NEWS: "Ich werde diese Lösung, die ich für eine ausgezeichnete halte, dem Kuratorium vortragen. Ich bin glücklich, dass wir ihn hier nicht nur als Opern-, sondern auch als Schauspielregisseur erleben werden. Als der ,Don Giovanni’, gewiss unter erheblichen Schwierigkeiten, heraußen war, waren alle stolz. Das war ein Meilenstein der Mozart-Interpretation, eine neue Qualität. Die präzise Zustandsbeschreibung des Sprechtheaters trifft auf die eminente Emotionalisierung und Musikalisierung der Oper. Das spiegelt Kusejs doppelte Kompetenz. Die von mir oft beschworene zweite Moderne des Theaters war da verwirklicht."

Laut NEWS soll Kusej Akzente auf das österreichische Repertoire setzen. Ruzicka: "Er ist ein österreichischer Regisseur mit besonderem Sinn für die österreichische Dramatik. Er hat unter anderem am Burgtheater gezeigt, dass quasi unspielbare Stücke von Grillparzer und Karl Schönherr sehr brennend, sehr aktuell und sehr wichtig sein können. Er ist ein bedeutender Horvath-Regisseur, und die österreichische Dramatik des 20. Jahrhunderts soll eine wichtige Rolle spielen. Außerdem haben wir 2005 ein Schiller-Jahr, und ich erwarte mir von ihm etwas für die Felsenreitschule."

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