Karas: Jährliche Inflationsanpassung bei 1 Mio Euro - Basel II Retailkredit notwendig

Basel II-Diskussion im EP: 0,2 Prozent Retailgrenze muss fallen

Brüssel, 20. Mai 2003 (ÖVP-PK) "Im Basel II-Endpaket muss auch eine jährliche Inflationsanpassung der eine Million-Eurogrenze für Retail-Kredite vorgesehen sein", forderte erneut der EVP-ED Wirtschaftssprecher Mag. Othmar Karas in der heutigen Debatte des Wirtschafts- und Währungsausschusses zu Basel II. Kredite unter einer Million Euro werden nach den derzeitigen Vorschlägen wie Retail-Kredite, also Privatkundenkredite, gehandhabt, was eine geringere Eigenkapitalunterlegung und damit eine Erleichterung für Klein- und Mittelbetriebe mit sich bringt. "Die Inflationsanpassung steht aber nach wie vor auf unserer Forderungsliste", so Karas. ****

"Außerdem muss die 0,2 Prozent-Retailgrenze endlich wirklich fallen", betonte Karas. Nach dem sogenannten Granularitätskriterium darf kein einzelner Retailkredit für sich alleine genommen mehr als 0,2 Prozent des gesamten Retailportfolios einer Bank ausmachen. "Wenn diese Idee Realität wird, könnten nur rund 60 von über 800 Banken in Österreich die volle eine Million ausschöpfen. Im Durchschnitt wären gar nur 70.000 Euro als Retailkredit möglich", beschreibt Karas die Sinnlosigkeit dieser Regelung.

Wenn die 0,2-Prozent-Grenze jedoch bliebe, würde der bisher für Klein- und Mittelbetriebe erzielte Erfolg unterlaufen. Es sei auch nicht akzeptabel, die Entscheidung über das Granularitätskriterium den nationalen Aufsichtsbehörden zu überlassen, wie dies derzeit im dritten Konsultationspapier des Baseler Ausschusses vorgeschlagen werde. "Die Mitglieder des Baseler Ausschusses sollen endlich beschließen, was sie versprechen. Die Erleichterungen für KMU bei Basel II sind nur ernst gemeint, wenn die 0,2 Prozent-Retailgrenze ausnahmslos fällt", bleibt Karas hartnäckig.

Weitere Anliegen der EVP-ED-Fraktion, die von Karas als dem zuständigen Wirtschaftssprecher mit Nachdruck vertreten werden, sind Erleichterungen für Unternehmensgründungen sowie die Berücksichtigung von dinglichen Sicherheiten, nicht nur im internen Rating-Ansatz, sondern auch im Standardansatz. "Zusätzlich sollten gedeckte Schuldverschreibungen wie etwa Pfandbriefe einer geringeren Risikogewichtung unterliegen", forderte Karas weiter. "Noch vor dem Sommer wird ein weiterer Bericht zu Basel II im Wirtschafts- und Währungsausschuss vorgelegt und debattiert", teilte Karas abschließend mit.

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