AKW-Unfall würde vor allem Österreichs Alpenraum verseuchen

Westeuropäische Uralt-AKW seit über 50 Jahren in Betrieb

Innsbruck/Wien (OTS) – Die zahlreichen Atomkraftwerke in der Schweiz
und in Süddeutschland stellen laut Greenpeace eine permanente Bedrohung des österreichischen Alpenraums dar. Bei einem Unfall mit radioaktiven Emissionen und durch die vorherrschende Nordwest-Wetterlage würde Tirol besonders stark kontaminiert. "Nach dem Supergau von Tschernobyl waren die hoch gelegenen Almen am stärksten radioaktiv verseucht. Das hängt einerseits mit der höheren Niederschlagsmenge im Gebirge zusammen, andererseits mit der wenig intensiven Bewirtschaftung von Almen, wodurch die Radioaktivität länger anhält. Die schöne Lage Tirols in den Bergen würde im Ernstfall zum entscheidenden Nachteil", befürchtet Greenpeace-Volksbegehrenssprecher Erwin Mayer.

Mit dem Volksbegehren "Atomkraft raus aus Europa" richtet sich Greenpeace gegen AKW in Ost- und Westeuropa. Während in Mittel- und Osteuropa weniger fortschrittliche Technologie eingesetzt wird, stehen die Dinosaurier unter den Reaktoren in Westeuropa. Das älteste AKW Europas – der britische Plutoniumbrüter Calder Hall, der seit den frühen 1950er Jahren in Betrieb war – ist endlich vergangenen März stillgelegt worden. Viele deutsche Reaktoren stammen – ebenso wie die vier Schweizer AKW – aus den 1960er oder 70er Jahren. Erst am 16. April 2003 wurde dem Pannenreaktor im hessischen Biblis die Betriebsgenehmigung entzogen, weil schwere Konstruktionsmängel die Beherrschung des Reaktors im Unglücksfall erschweren würden. Ähnlich wie im Unglücksreaktor Paks in Ungarn sorgt eine zu klein dimensionierte Pumpe für Probleme mit der Kühlung. "Mit dem Volksbegehren kann jeder seine Stimme für ein atomfreies Europa abgeben", fordert Erwin Mayer die Bevölkerung auf, sich am Referendum zu beteiligen. "Damit soll der Bundesregierung in Wien ein klarer Auftrag für ein atomfreies Europa gegeben werden."

Ziel des Volksbegehrens ist ein österreichisches
Verfassungsgesetz,
mit dem die Mitglieder der Bundesregierung verpflichtet werden, auf EU-Ebene für den europaweiten Atomausstieg einzutreten. Bei Förderungen für die Atomindustrie, wie z.B. die Aufstockung der Euratom-Kredite herrscht Einstimmigkeit. Angesichts des bevorstehenden Comebacks der Europäischen Atomindustrie setzt Greenpeace ein klares Zeichen in Richtung Brüssel. Andere Länder sollen sich diesem Signal anschließen. "Wir wollen mit dem Volksbegehren eine Kettenreaktion der anderen Art in Europa auslösen", so Mayer abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Axel Grunt,
Pressesprecher Greenpeace,
0664-2407075
Mag. Erwin Mayer,
Volksbegehrenssprecher Greenpeace,
01-5454580-48 oder 0664-2700441

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