Applaus für Alf Poiers ersten Auftritt in Riga

Viel Interesse bei den internationalen Journalisten am österreichischen Song-Contest-Beitrag

Wien (OTS) - Ganz zufrieden ist Alf Poier noch nicht: "That
doesn't sound good!" - "Das klingt nicht gut!", ruft der österreichische Song-Contest-Teilnehmer bei der ersten offiziellen Probe in der Rigaer Skonto Hall dem Tontechniker zu. Die rund 200 Journalisten und Fans, die in der noch unfertigen Halle zwischen emsig werkenden Bauarbeitern das Geschehen auf der imposanten Bühne verfolgen, finden das offensichtlich nicht. Sie quittieren den Beitrag "Weil der Mensch zählt" mit beachtlichem Applaus. So mancher sieht in dem steirischen Kabarettisten gar einen heimlichen Favoriten für den Song Contest, der am Samstag, dem 24. Mai 2003, ab 21.00 Uhr live in ORF 1 zu sehen ist. "Er kommt mindestens in die Top fünf", meint etwa ein Journalist vom niederländischen Sender Radio 2, "und ich könnte mir sogar vorstellen, dass er gewinnt. Es gab schon schlechtere Siegerlieder." Und ein britischer Journalist ergänzt: "An diesen Song werden sich die Zuschauer erinnern. Er hat etwas, das die anderen Beiträge nicht bieten können."
Keine Frage - im lebhaften Skonto Olympic Complex, in dem Tausende Journalisten, Delegationsmitglieder und Organisatoren ihrer Arbeit nachgehen, weckt Alf Poier einiges Interesse. Sogar seine isländische Konkurrentin Birgitta Haukdal, die mit dem Lied "Open Your Heart" und der Startnummer eins ins Rennen geht, wird während ihrer Pressekonferenz nach ihrer Meinung zu Alfs Lied gefragt. "Ich habe es erst ein Mal gehört", zieht sich die blonde Sängerin zunächst diplomatisch aus der Affäre, gesteht dann aber: "Ich glaube, es ist nicht ganz mein Geschmack."

Nervosität bei der European Broadcasting Union (EBU) wegen angekündigter Provokationen von t.A.T.u.

Bei seiner eigenen Pressekonferenz, die im Anschluss an die erste offizielle Probe stattfand, zog Alf alle Register und begeisterte damit vor allem Fotografen und Kamerateams. Die "Sieben-Hüte-Konstruktion", die er bereits beim Pressegespräch in Wien getragen hatte, setzte er während der Konferenz nur ab, um sie gegen eine andere skurrile Kopfbedeckung - einen Vogelkäfig -auszutauschen. Und er hantierte mit allerlei Tierattrappen, die er aus zwei großen Metallkisten hervorzauberte. Dass die Verantwortlichen der European Broadcasting Union (EBU), die das Musikfestival veranstalten, seine Aktionen mit Argusaugen beobachten, verhehlt der Kabarettist nicht. Es sei sogar im Gespräch gewesen, ihn wegen einer Michael-Jackson-ähnlichen Geste, die er während der Probe gezeigt habe, zu disqualifizieren - mit der Begründung, dies passe nicht zu einer familientauglichen Sendung. "Wir hatten da tatsächlich ein Problem", bestätigt Katja Pokorny, die Leiterin der österreichischen Delegation. "Die Veranstalter sind wegen der Ankündigung der russischen Gruppe t.A.T.u., den Song Contest mit provokanten Aktionen stören zu wollen, besonders vorsichtig. Aber wir konnten sie überzeugen, dass unser Fall ganz anders gelagert ist als der von t.A.T.u. Schließlich hat Alf heute nichts getan, was die EBU nicht schon zuvor in unserem Video gesehen und auch abgenommen hat."

Ameisenhaufen-Modell aus Gips für Rigas Bürgermeister

Eine bleibende Erinnerung an den österreichischen Teilnehmer des heurigen Song Contests kann sich nun Gundars Bojars, der Bürgermeister von Riga, in sein Amtszimmer stellen. Als "sehr symbolisch" bezeichnete er das Ameisenhaufen-Modell aus Gips, das ihm Alf Poier beim abendlichen Bürgermeisterempfang mit der Begründung überreichte, damit "den Ameisen dieser Welt eine Stimme geben" zu wollen. "Als oberster Vertreter dieser Stadt kenne ich mich nicht nur mit Menschen, sondern auch mit Ameisen aus", nahm Bojars das unerwartete Geschenk mit Humor entgegen.

Deutsche Teilnehmerin Lou findet Alf Poier "zum Niederknien"

Auch Lou, die deutsche Vertreterin beim diesjährigen Song Contest, die mit der von Ralph Siegel komponierten Nummer "Let's Get Happy" antritt, zeigt sich humorvoll. "Ich liebe Alf, habe ihn schon mehrfach als Kabarettisten im Fernsehen gesehen. Er ist einfach zum Niederknien", outet sie sich als bekennende Anhängerin ihres österreichischen Konkurrenten. "Ob sein Lied für diesen Wettbewerb geeignet ist, daran scheiden sich die Geister. Aber das ist bei meinem Song ja auch nicht anders." ORF 1 überträgt den Eurovision Song Contest am Samstag, dem 24. Mai, live ab 21.00 Uhr.

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