3sat-Preis beim 40. Theatertreffen Berlin an Anne Tismer und Susanne Wolff

Auszeichnung für "zukunftsweisende Leistung des deutschsprachigen Schauspiels"

Wien (OTS) - Zum Abschluss des 40. Berliner Theatertreffens erhielten gestern, am Sonntag, dem 18. Mai 2003, Anne Tismer und Susanne Wolff, Hauptdarstellerinnen der zwei eingeladenen "Nora"-Inszenierungen, gemeinsam den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis für eine "zukunftsweisende Leistung des deutschsprachigen Schauspiels". Die Verleihung fand im Haus der Berliner Festspiele statt.

"Nora"-Doppeleinladung gelungenster Griff in der viel diskutierten Nominierungsliste des 40. Theatertreffens

Henrik Ibsens "Nora", vor 100 Jahren entstanden, habe durch ihre Darstellungskunst einen gleichermaßen überzeugenden, spannenden und dabei völlig unterschiedlichen Weg in die Gegenwart gefunden, hieß es in der Begründung. In der Inszenierung von Thomas Ostermeier an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz zeigt Anne Tismer eine Ehefrau, die in ihrem Emanzipationsbestreben nur noch einen gewaltsamen, zerstörerischen Ausweg sieht, während Susanne Wolff in der Inszenierung von Stephan Kimmig am Hamburger Thalia Theater eine durchaus starke Frau zeigt, die jedoch in der inneren Emigration endet und ihren Mann nicht verlässt. Da sich die Diskussionen wie auch die Begeisterung des Berliner Publikums stark auf die beiden Nora-Figuren konzentrierte, erweise sich die Doppeleinladung einmal mehr als der gelungenste Griff in der viel diskutierten Nominierungsliste des 40. Theatertreffens.

3sat-Preis heuer zum siebten Mal vergeben

Zu der Jury gehörten neben dem Theaterkritiker Georg Diez (FAZ) der Intendant der Berliner Festspiele, Dr. Joachim Sartorius, und Jo Schmidt, Redakteur beim ZDF-Theaterkanal und 3sat. Der 3sat-Preis wurde in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben, um aus dem Kreis der nach Berlin eingeladenen Inszenierungen Künstler aus den Bereichen Regie, Darstellung oder Bühnenbild auszuzeichnen, die eine zukunftsweisende Leistung für das deutschsprachige Schauspiel vollbracht haben. Preisträger der vergangenen Jahre waren Volker Hesse und Urs Widmer, Einar Schleef, Martin Kusej sowie Luk Perceval und Tom Lanoye. 2001 erhielten der Regisseur Michael Thalheimer und sein Bühnenbildner Olaf Altmann den 3sat-Preis für ihre Inszenierungen "Liliom" und "Das Fest"; im vergangenen Jahr Stefan Pucher für seine Arbeit mit Stücken von Anton Tschechow und insbesondere für die Inszenierung von "Drei Schwestern" am Schauspielhaus Zürich.

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