SPÖ-Enquete zu Unis: Kritik an "bildungspolitischer Bankrott-Erklärung"

Fuchs fordert gerechtes Studienförderungsmodell

Wien (SK) Maßnahmen, um erwerbstätigen Studenten das Studium
zu erleichtern - etwa ein gerechtes Studienförderungsmodell sowie die Einführung eines Teilzeitstipendiums - forderte VSStÖ-Spitzenkandidatin Patrice Fuchs Montag in der SPÖ-Enquete "Österreichische Universitäten - Probleme und Lösungen". Martha Eckl von der AK-Wien kritisierte die "soziale Schieflage", die sich v.a. auch durch die Studiengebühren ergebe. Alexander Prischl, im ÖGB für bildungspolitische Fragen zuständig, machte auf das "Zeitproblem" aufmerksam, das erwerbstätige Studierende hätten; für sie müssten die Studienangebote angepasst werden. SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal kritisierte die "Diskussionsverweigerung von Ministerin Gehrer"; aufgrund der "sehr ernsten Lage an den Universitäten" sei eine Kraftanstrengung über Parteigrenzen hinweg notwendig. ****

Fuchs erklärte in ihrem Beitrag zum Thema "Studieren und Arbeiten", dass die Finanzierung des Studiums v.a. für jene, die ohnehin nicht viel haben, ein großes Problem sei; viele Studenten hätten Existenzängste. Der VSStÖ plädiert darum für ein gerechtes Studienförderungsmodell. Derzeit würden viele, die es bräuchten, nicht in den Genuss von Transferleistungen kommen; die Bedingungen für Studienförderung seien inakzeptabel. Auch die nächste Gehrer-Novelle würde außer marginaler Verbesserungen für Studierende mit Kindern keine Erleichterungen bringen. Der VSStÖ schlägt nun vor, die Familienbeihilfe (200 Euro/Monat) in eine Bildungsförderung in der Höhe von 350 Euro im Monat umzuwandeln. Dies könne eine Mindestabsicherung darstellen. Die Bildungsförderung solle altersunabhängig an die Studenten - nicht an die Eltern - ausbezahlt werden. Außerdem schlägt Fuchs die Einführung eines Teilzeitstipendiums vor, das für erwerbstätige Studenten eine große Hilfe wäre. Die Finanzierung des Modells solle durch Umschichtungen erfolgen und wäre kostenneutral.

Broukal: Gehrer nicht dialogbereit

Broukal wies bei der Enquete einmal mehr auf die "sehr ernste Lage" der Universitäten hin. Er habe aus diesem Grund bereits vorige Woche einen Runden Tisch gefordert. Ministerin Gehrer zeige sich jedoch alles andere als dialogbereit - "sie nimmt einfach ihre Handtasche und geht". Der SPÖ-Wissenschaftssprecher plädierte dafür, die wichtigen Bereiche Wissenschaft und Forschung aus der Parteipolitik herauszuhalten und wie die SPÖ "uneigennützig" an die Sache heranzugehen.

Eckl sieht "bildungspolitische Bankrott-Erklärung"

Eckl kritisierte v.a. die soziale Schieflage, die durch die Studiengebühren entstanden sei. Arbeiterkinder seien an den Universitäten deutlich geringer vertreten, als es ihrem Anteil an der Bevölkerung entsprechen würde. "Statt aber Maßnahmen gegen diese Selektion zu treffen und die sozialen Ungleichheiten abzubauen, versucht Gehrer nur, diese schönzureden. Das ist eine bildungspolitische Bankrott-Erklärung, das Ergebnis einer ‚Vogel-Strauß-Politik'", so Eckl.

Prischl: Anpassungen für berufstätige Studenten vornehmen

Prischl machte darauf aufmerksam, dass die Zahl der Studenten, die "nebenbei" arbeiten, immer stärker ansteige. 2002 waren zwei Drittel der Studenten berufstätig, elf Prozent arbeiteten mehr als 35 Stunden in der Woche. Auf die Bedürfnisse dieser Studenten-Gruppe müsse stärker eingegangen werden, so Prischl, der konkret eine Anpassung der Veranstaltungs- und Öffnungszeiten, einen verstärkten Einsatz von neuen Medien - Stichwort "e-learning" -, Bildungsfreistellungen im Betrieb und generell die Abschaffung der Studiengebühren fordert. (Schluss) cs

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0019