Kinderfreunde und Scheele fordern Umschichtung der EU-Gelder hin zu Kinder- und Jugendprojekten

Wien (SK) Da ein Großteil der EU-Gelder in die Agrarpolitik geht, sei ein "massiver Schritt zu tun, um die Agrarpolitik zu reformieren" und damit Geldmittel für Kinder- und Jugendprojekte sowie Frauen- und Entwicklungshilfepolitik frei zu machen, forderte am Montag die SPÖ-EU-Parlamentarierein Karin Scheele in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Vorsitzenden der Österreichischen Kinderfreunde, Waltraud Witowetz-Müller, und dem Bereichssprecher für Internationale Arbeit der Kinderfreunde, Reinhold Eckhardt, zum Thema "Kinderfeindlichkeit in der EU". Die Kinderfreunde wollen, dass mit diesen Mitteln außerschulische EU-Förderprogramme für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre finanziert werden. "Kinder sollen gehört werden und Chancen haben, mitzugestalten. Leider fehlen in der EU entsprechende außerschulische Förderprogramme für Kinder unter 15 Jahren", begründete Witowetz-Müller die Forderung der Kinderfreunde. ****

Eines der Ziele der EU-Verfassung, die derzeit im Rahmen des Konvents diskutiert wird, soll es sein, so Scheele, "die Rechte der Kinder zu schützen". Diese Rechte und Bedürfnisse sind auch in Scheeles Hauptaufgaben, Umweltschutz und Verbraucherschutz sowie Entwicklungspolitik mitzudenken. Im Bereich der Partizipation regte Scheele an, die Besuche von Schülergruppen und Jugendlichen im Europäischen Parlament zu erleichtern und zu forcieren. Wesentlich aber sei es, die Grundsätze des EU-Haushaltes zu verändern, die den Bereich der Landwirtschaft überproportional fördern. "Je früher auch Kinder ihre Rechte und Chancen in der EU wahrnehmen können, desto höher wird ihre Identifikation mit Europa das Wissen um Abläufe und Entscheidungsprozesse in der Europäischen Union sein", so Scheele.

Witowetz-Müller konstatierte, dass es zwar ein Bewusstsein bezüglich der Stellung der Kinder in der EU gibt, aber kaum Politik für Kinder "und schon gar nicht mit Kindern". Deren Bedürfnisse würden Großteils ignoriert. Neben der Forderung nach außerschulischen Förderprogrammen für Kinder unter 15 Jahren betonte Witowetz-Müller die Problematik, dass 21 Prozent der Unterhaltsberechtigten innerhalb der EU in Haushalten leben, die sich unter der Armutsgrenze befinden. Die Zukunfts- und Lebenschancen der Kinder, so Witowetz-Müller, werden dadurch stark beeinträchtigt. Weiters kritisierte die Kinderfreunde-Vorsitzende, dass Beteiligungsprojekte in der EU "noch nicht sehr verankert" sind. Daran knüpfte Witowetz-Müller die Forderung, die UN-Konvention für die Rechte der Kinder und Förderprogramme in die Europäische Verfassung zu integrieren.

Die Kinderfreunde sind, erklärte Witowetz-Müller, offizielle Kontaktstelle des europäischen Kindernetzwerks EURONET. "Mit 40 anderen Organisationen wird künftig Lobbyarbeit gemacht, damit Kinder in der EU voll respektiert werden", so Witowetz-Müller.

Eckhardt forderte, dass, will man die Bilingualität fördern, entsprechende, die europäischen Landesgrenzen übergreifende Projekte auch gefördert werden müssten. Ein "Huckepacksystem" soll hier beispielsweise Kinder von Eltern, die sich in EU-Projekten befinden, ebenfalls mit EU-Projekten fördern. (Schluss) up

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0009