Tumpel: Regierung gefährdet Berufsausbildung für Jugendliche

Für Herbst 2003 sind zusätzlich 7.000 Schulplätze an berufsbildenden Schulen notwendig

Wien (AK) - Der Budgetvoranschlag im Bereich Bildung und Wissenschaft bringt für 2003 nur eine geringfügige Erhöhung. Diese deckt nicht einmal die automatisch steigenden Personalkosten. "Eine Vorsorge für den dringenden Ausbau im Bereich der berufsbildenden Schulen wurde nicht getroffen", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. Die Zahl der SchülerInnen an berufsbildenden Schulen ist in den letzten Jahren jeweils um zwei Prozent gestiegen und ab dem Schuljahr 2003/04 nimmt auch die Bevölkerung im 16. Lebensjahr wieder zu. "Bereits letztes Jahr wurden österreichweit 6.000 Jugendliche abgewiesen, obwohl sie die schulischen Voraussetzungen erbrachten. Mit dem vorgelegten Budget werden es noch mehr werden", sagt Tumpel. Um die Ausbildungswünsche der Jugendlichen im Herbst 2003 zu decken, müssen zusätzlich 7.000 und für den Schulbeginn 2004 weitere 1.000 Schulplätze an berufsbildenden Schulen zur Verfügung gestellt werden.

Für die berufsbildenden Schulen ist ein umfangreiches Ausbau- und Investitionsprogramm notwendig, damit der Ansturm auf dieses Schulwesen bewältigt werden kann. Dies ist von umso größerer Bedeutung als der Lehrstellenmarkt seit Jahren strukturell bedingte Einbrüche verzeichnet. "Die Bundesregierung schwächt den Wirtschaftsstandort Österreich und nimmt einer steigenden Anzahl von jungen Menschen die Chance auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft", sagt Tumpel.

Die EU Bildungsminister und auch Bildungsministerin Gehrer haben Anfang Mai festgelegt, dass bis 2010 85 Prozent der 22jährigen über einen Abschluss in einer weiterführenden Schule verfügen sollen. In Österreich liegt zur Zeit der Anteil derer, die nach der Pflichtschule eine weiterführende Schule oder eine Lehrausbildung abschließen bei 80%. Wenn das Ziel einer fünfprozentigen Steigerung der Jugendlichen mit Abschluss an einer weiterführenden Schule erreicht werden soll, müssen nach dieser Selbstverpflichtung der österreichischen Bildungsministerin alle Jugendlichen, die die Voraussetzungen erfüllen und einen Ausbildungsplatz an einer berufsbildenden Schule anstreben, auch einen Ausbildungsplatz bekommen. "Mit dem jetzigen Budget wird Österreich diese Quote nicht erreichen. Wir müssen sogar befürchten, dass das Ausbildungsniveau der Jugendlichen zurückgeht", so Tumpel.

Besonders erschreckend ist, dass immerhin rund 7000 Jugendliche jedes Jahr nicht einmal eine weiterführende Ausbildung aufnehmen. Ergänzt durch die hohen Abbruchraten fehlt dann einem Fünftel der Jugendlichen der berufsrelevante Abschluss.

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