Bundesforste im Land des Paradiesvogels

Ökologisches Forststraßen-Know-how aus Österreich für den Regenwald

Wien (OTS) - Erstmals bieten die Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) ihr Wissen auch außerhalb Europas an: die Consulting-Unit der Bundesforste konnte jetzt im Zuge eines EU-finanzierten Projekts zur Unterstützung der Kleinbauern in Papua Neuguinea einen wichtigen Beitrag zur ökologisch verträglichen Erschließung der Ölpalmhaine leisten. "Wir sind stolz darauf, dass die Kompetenz der Bundesforste jetzt auch in Übersee Anerkennung findet", freut sich Bundesforste-Vorstand Georg Erlacher.

Rücksicht auf Mensch und Natur
Einige Dutzend Brücken und viele Hundert Kilometer Straße wurden anhand von in Österreich entwickelter Ökologie-Maßstäbe im Forststraßenbau untersucht. Auf dieser Basis wurde ein Erneuerungs-und Erhaltungsmodell für das Straßennetz entwickelt, das auf einer Vielzahl von ökologischen Standards beruht. Der Know-how-Transfer von Österreich nach Papua Neuguinea war - obwohl die Gebiete auf den ersten Blick so verschieden erscheinen - einfacher als gedacht: "Im Grunde sind die Flächen und die massiven Natureinwirkungen auf die Brücken und den Straßenbau vergleichbar", meint ÖBf-Forstwirt Hubertus Kimmel, der für die Umsetzung des Bundesforste-Consultings verantwortlich war "unsere Erfahrungen mit Hochwasser, Hangrutschungen und Lawinen lassen sich sehr gut auf die sehr instabilen Flächen auf dem vulkanischen Untergrund in Papua Neuguinea umlegen", so Hubertus Kimmel "Mit meinem Bundesforste Know-how als Rüstzeug könnte ich überall ökologisch verträgliche Forststrassen entwickeln - wichtig ist dabei, dass die Besonderheiten von Mensch und Natur verstanden und berücksichtigt werden."

Ohne Bitumen und Metall
Im Sinne der Nachhaltigkeit verzichten die Bundesforste beim Forststraßenbau in Papua Neuguinea genauso wie in Österreich völlig auf Bitumen. Zum einen, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten und zum anderen, um den Menschen vor Ort die einfache Instandhaltung der Forststraßen zu ermöglichen. Hauptmaterial für den Straßenbau ist Schotter. Auch beim Brückenbau wird kein Bitumen eingesetzt und möglichst wenig Metall verwendet "Diese Straßen sind ja für die Menschen in den Dörfern die einzige Verbindung zur Außenwelt und auch der einzige Handelsweg. Ihre Langlebigkeit ist besonders wichtig", erläutert ÖBf-Experte Kimmel.
Lebensqualität durch Forststraßen
Durch hohe Regenfälle und Fließwasser aus den Bergen besteht bei den Forststraßen in Papua Neuguinea große Erosionsgefahr. Um das zu verhindern, werden in regelmäßigen Abständen Wasserableitungsrohre verlegt, die von den heimischen Bauern gegen Bezahlung gewartet werden. Mit diesem Straßenbau-Modell wird der langfristige Bestand der Forststraßen gesichert und gleichzeitig die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert.

Das Vorhaben zur Verbesserung des Straßen- und Brückennetzes in Papua Neuguinea wurde von einem Spezialistenteam aus Anthropologen, Technikern, Umweltexperten und Ökonomen in Angriff genommen. Das Projekt umfasst ein Gesamtbudget von 25 Mio. US-Dollar. Der Auftrag in Papua Neuguinea fügt sich in eine Reihe von Beratungsprojekten, wie sie die Bundesforste bereits u.a. in Albanien, Ungarn, Bulgarien oder der Slowakei umgesetzt haben.
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