Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank: 19.5. bis 23.5.2003

Wien (OTS) - Mit Ausnahme des deutschen ZEW Geschäftsklimaindex fiel die Mehrzahl der Wirtschaftsdaten in der vergangenen Woche schlechter aus, als vom Markt erwartet. Dies galt sowohl für Wirtschaftsdaten, die sich auf die Periode vor dem Irakkrieg bezogen, als auch auf die Nachkriegszahlen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal entgegen den Erwartungen gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent geschrumpft. In der gesamten Eurozone und in Japan verzeichnete das BIP im selben Zeitraum eine Stagnation. In den USA fiel die Industrieproduktion im April gegenüber dem Vormonat mit -0,5 Prozent stärker als erwartet und der US-Einzelhandelsumsatz verzeichnete im selben Monat einen leichten Rückgang um 0,1% M/M. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,4 Prozent. Der Ölpreis (Brent) ist vor allem aufgrund der niedrigen Ölvorräte der Raffinerien in den OECD-Ländern und dem Bombenanschlag in Riad wieder deutlich über 26 US-Dollar je Barrel gestiegen.

Die Geldmarktzinsen sind in der Eurozone in der letzten Woche wieder gefallen und sollten diesen Trend aufgrund der steigenden Erwartung einer weiteren Leitzinssenkung auch in dieser Woche fortsetzen. Die Anleiherenditen tendierten in der letzten Woche seitwärts. Angesichts der schleppenden wirtschaftlichen Entwicklung erwarten wir in dieser Woche hier keine Veränderungen.

Nach Aussagen von US-Finanzminister Snow, die Zweifel aufkommen ließen, ob die US-Regierung noch an einem starken Dollar interessiert ist, ist die amerikanische Währung zum Euro in der vergangenen Woche zwischenzeitlich auf über 1,16 gefallen. Das war der schwächste Stand seit Januar 1999. Im Vergleich zum Stand von vor einer Woche ist der US-Dollar jedoch wieder gestiegen und konnte zwischenzeitlich sogar die Marke von 1,14 unterschreiten. In dieser Woche rechnen wir aufgrund der geringen Zahl von wichtigen Wirtschaftsdaten mit einer Seitwärtsentwicklung des Währungspaars.

Die wichtigsten Aktienmärkte verzeichneten in der letzten Woche wieder leichte Kursgewinne. Auch der ATX Index konnte neuerlich zulegen. Erstmals seit dem 3. Juni 2002 überwand der Index sogar die 1300 Punkte Marke. Das Umfeld hat sich für die Märkte nicht verändert. Während die Unternehmensergebnisse mehrheitlich gut ausfallen, präsentiert sich das wirtschaftliche Umfeld weiterhin schwach. In den nächsten Wochen neigt sich auch in Europa die Unternehmensberichts-saison ihrem Ende entgegen, womit sich auch hierzulande das Interesse wieder mehr in Richtung Wirtschaftsdaten verlagern sollte. Um die deutlichen Kurszuwächse seit Mitte März fortzusetzen, müsste eine größere Zahl von Wirtschaftsdaten eine Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes signalisieren. Dies ist jedoch in den nächsten Wochen nicht zu erwarten, womit sich auch die Kursanstiege an den Aktienmärkten in Grenzen halten sollten. Wir erwarten jedoch auch nicht, dass es in den nächsten Wochen zu einer deutlichen Korrektur der in den letzten Monaten deutlich gestiegenen Aktienkurse kommen wird. Bereits in den letzten Wochen haben sich die Aktienmärkte erstaunlich resistent gegenüber schwachen Konjunkturdaten gezeigt. Nicht einmal der Bombenanschlag in Riad führte zu Kurseinbrüchen. Für diese Woche erwarten wir leichte Anstiege bei den wichtigsten Aktienindizes.

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