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Ungarns historische Weinregionen: Tokaj-Hegyalja

Wien (OTS) - Die nordungarische historische Weingegend Tokaj ist Ungarns ältestes Weinbaugebiet und war bereits unter den Römern bekannt. Ihre Geschichte geht bis 290 n. Chr. zurück und die im 10. Jahrhundert eintreffenden Magyaren fanden bereits eine blühende Trauben- und Weinkultur vor, wie versteinerte Funde von Weinblättern belegen. Seit Juni 2002 zählt Tokaj zum Welterbe der UNESCO.

Tokaj liegt am Zusammenfluß von Theiß und Bodrog, an den südöstlichen Ausläufern des Zemplén-Gebirges, und ist vor allem für seine riesigen und doch stimmungsvollen Keller aus verschiedenen Epochen bekannt. Im Stadtkern finden sich schöne Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, so auch das Haus des Tokaj-Museums, das innen und außen reich verziert ist. Die Sammlung zeigt Exponate rund um den Wein und Weinbau, darunter auch Originalschriftstücke von prominenten Liebhabern des Tokajer Weines.

Die Weinbauregion umfaßt neben Tokaj auch die bekannten Winzergemeinden Mád, Tarcal, Tállya, Rátka, Bodrogolaszi, Tolcsva, Sárospatak und zahlreiche andere kleine Orte.

Der vulkanische Ursprung des Bodens begünstigt das Wachstum der Reben, die den "König der Weine - Wein der Könige", wie Ludwig XIV. den Tokajer Aszu nannte, hervorbringen. Seit Jahrhunderten dient er der gehoben Gastlichkeit, dem Papst als Meßwein, dem europäischen Hochadel und nunmehr auch jedem Weinliebhaber als edler Genuß. Dieser berühmteste Wein Ungarns wird aus nur vier Rebsorten gekeltert. Der sortenreine "Furmint" ist ein frischer, trockener Weißwein, die Aszu-Essenz ein süßer Dessertwein. Die Süße des "Tokajer" hängt von der Menge an Trockenbeeren ab, die dem Gärungsvorgang zugefügt werden und kann von der Anzahl der Butten auf dem Etikett abgelesen werden - je mehr Butten (3 bis 8), umso süßer und hochwertiger der Wein.

Kaum weniger bekannt als der Wein ist auch der Tokajer "Rákóczi"-Weinbrand, ein milder, vollmundiger Edelbrand, der den Geschmack der Trauben bewahrt.

Die Region Tokaj-Hegyalja produziert ausschließlich Weißweine, neben den schon genannten berühmtesten Sorten auch den "Lindenblättrigen" (Hárslevelú) und den "Gelben Muskateller". Alle Weinsorten zeichnen sich durch ihre Dichte und ihren hohen Säuregehalt aus, die klimatische bedingt sind. Sie werden durch klassische oxidative Gärung und Reifung ausgebaut.

Die historische Weinregion von Tokaj hat auch abseits vom Wein eine Menge zu bieten. In Tokaj selbst sind die spätbarocke Reformierte Kirche und das um 1700 erbaute Schloß Rákóczi-Dessewffy sehenswert. Die Umgebung der Weinstadt lädt zu ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen ein, etwa auf den Tokajer Berg, von dem man einen schönen Blick auf die beiden Flüsse und das Städtchen hat. Im Sommer kann man halb- oder ganztägige Ausflüge mit einem der Ausflugsschiffe auf Theiß und Bodrog machen. Viele Weinbauern bieten Interessierten auch Weinbergwanderungen mit fachkundiger Erklärung der Abläufe des Weinanbaues an, die oftmals beim fertigen Produkt in einem der gemütlichen Keller enden. In einigen der anderen Winzergemeinden, etwa in Tállya findet man nich typische Beispiele nordungarischer Bautradition, sowie Schloß Maillot (1720) und den berühmten Rákóczi-Keller.

Das größte Fest der Region ist das Tokajer Weinlesefest, das jeweils in der letzten Septemberwoche stattfindet. Insbesondere der letzte Tag gehört den feierlichen Weinbautraditionen der Winzer und wird mit einem Festumzug der Weinbauern und Bürger begangen, zu Ehren des Weingottes.

Informationen: Tourinform Tokaj H-3910 Tokaj, Serház út 1 Tel.: 0036/47/552070, Fax: 0036/47/352259 tokaj@tourinform.hu

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