Journalistengewerkschaft: Format-Kündigungen Folge der Monopolisierung

Lage auf dem journalistischer Arbeitsmarkt "katastrophal"

Wien (DJP/ÖGB). Als "direkte Folge der Magazinfusion" bezeichnete der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft Franz C. Bauer bei einer Betriebsversammlung heute, Freitag, die bis zu 37 Kündigungen, die für das Wochenmagazin "Format" im Rahmen des Frühwarnsystems angemeldet wurden. Bauer erinnerte daran, dass die Journalistengewerkschaft als einzige Stimme in der Öffentlichkeit -übrigens auch gegen die Position der Arbeiterkammer und deren Präsidenten Tumpel - vor der Übernahme von profil und trend durch die News-Gruppe gewarnt habe. "Jetzt bekommen die Kolleginnen und Kollegen die Rechnung für das Versagen von Politik, Justiz und Kammern präsentiert", sagte Bauer vor der Belegschaft des "Format".++++

Die Gewerkschaft unterstütze vollinhaltlich die Forderung der Betroffenen nach einem Sozialplan. Besonders prekär sei die Situation der (nach Meinung der Gewerkschaft übrigens teils ohne Rechtsgrundlage beschäftigten) freien Mitarbeiter. Das rechtswidrige Ausufern der "prekären Dienstverhältnisse" sei inzwischen zum zentralen Problem der Journalistinnen und Journalisten geworden, Bauer ortet in den vergangenen Jahren eine "beispiellose Aushöhlung des Berufsstandes". Die Journalistengewerkschaft werde sich künftig verstärkt dem Kampf gegen das Taglöhnertum in den Medien widmen. Die Gewerkschaft wolle sich auch sehr genau anschauen, unter welchen Bedingungen das für Mitte Juni angekündigte "Format neu" hergestellt werde. Hier werde man die strikte Einhaltung des Arbeitsrechtes "sehr genau" überprüfen.

Die Situation auf dem journalistischen Arbeitsmarkt sei -- unter anderem wegen der Monopolisierung auf dem Magazinsektor -katastrophal, alternative Jobangebote gebe es so gut wie keine. Im Herbst werde das Problem voraussichtlich noch drängender, wenn zahlreiche freie Mitarbeiter des ORF im Gefolge des neuen Kollektivvertrages ihre Jobs verlieren.

ÖGB, 16. Mai 2003
Nr. 398

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