Bartenstein: Abfangjäger-Gegengeschäfte Eintrittsticket in Klub der europäischen Hochtechnologie

Ausverhandelter Vertragstext bringt Minimierung des Kaufpreises und Maximierung des Gegengeschäftsvolumens

Wien (BMWA/OTS) - "Der ausverhandelte Vertragstext über den Ankauf von 18 Eurofightern gibt Österreich nach einer Minimierung des Kaufpreises und einer Maximierung des Gegengeschäfts-Volumens ein Eintrittsticket im Wert von vier Milliarden Euro in den Klub der europäischen Hochtechnologie", erklärte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz, in der gemeinsam mit Finanzminister Grasser, Verteidigungsminister Platter und dessen Amtsvorgänger Klubobmann Scheibner das Ergebnis der Vertragsverhandlungen präsentiert wurde. ****

Das Gegengeschäftsvolumen wurde in der Höhe von vier Milliarden Euro vereinbart und beträgt damit 203 % des Anschaffungspreises mit Finanzierungskosten, bzw. 240 Prozent des Nettoanschaffungspreises. Bartenstein sieht darin "ein großes Potenzial" für österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Das Eurofighter-Konsortium biete eine breite Palette an wirtschaftlichen Stärkefeldern, die weit über die Kernkompetenz im Luft- und Raumfahrtbereich hinaus gehen (Autoindustrie, Informationstechnologie, Energiewirtschaft, Maschinenbau, Elektronik u.a.).

Beträchtlicher Impuls in einer konjunkturell schwierigen Situation

Die vier Milliarden Euro Gegengeschäftsvolumen bedeuten für Bartenstein einen beträchtlichen Impuls für die österreichische Wirtschaft in einer weltweit konjunkturell schwierigen Situation. Der Erfüllungszeitraum beträgt 15 Jahre, wobei bereits im ersten Jahr ein Startpaket im Umfang von 150 Geschäften mit mehr als einer Milliarde Euro Umfang vereinbart wurde. 40 weitere Gegengeschäfte im Ausmaß einer weiteren Milliarde sind im konkreten Verhandlungsstadium. Der Minister rechnet mit der Schaffung und Sicherung tausender Arbeitsplätze und bis zu einem gewissen Grad durch vermehrte Steuerleistungen mit einer indirekten Teilfinanzierung der Flugzeuge. Das genaue Ausmaß könne allerdings erst im Nachhinein seriös festgestellt werden.

Zugang zu Europas Hochtechnologie

Die Geschäfte sollen laut Bartenstein vor allem in die wirtschaftlichen Stärkefelder Aerospace, Informations- und Kommunikationstechnologie, Umwelttechnologie, automotiver Bereich und Holztechnologie einfließen. Durch die Eurofighter-Partnerfirmen werde heimischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen unter anderem auch der Zugang zu europäischen hochtechnologischen Großprogrammen - wie Airbus A380 und A400M, Ariane, Galileo - ermöglicht.

Impuls für KMU's

Ein Ziel des Gegengeschäftsprogramms ist es für den Wirtschaftsminister, über die Vertragslaufzeit hinaus eine langfristige Nachhaltigkeit der Projekte zu erreichen. Dabei sollen auch die Interessen der Bundesländer und speziell jene der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU's) berücksichtigt werden. Erste konkrete Beispiele ließen bereits eine gute regionale Streuung und eine Einbeziehung der KMU's erkennen, erklärte Bartenstein.

Transparenz und ständige Information über die Abwicklung

Wie Bartenstein ankündigte, wird das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) eine konstante Projektverfolgung und Kontrolle durchführen, um die Erfüllung der Gegengeschäfte sicher zu stellen. Im Sinne der Transparenz wird eine eigene Website mit den Gegengeschäftsdaten eingerichtet, wo man den aktuellen Stand der Abwicklung der Gegengeschäfte abrufen kann. Positiv beurteilte Projekte werden dem Gegengeschäftskonto gutgeschrieben. EADS wird für die Dauer des Vertrages ein Gegengeschäftsbüro als Ansprechpartner für Firmen in Österreich einrichten.

Das BMWA wird umfassend über die Abwicklung des Gegengeschäftsvertrages informieren, sofern die wirtschaftlichen Interessen der Vertragspartner keine Vertraulichkeit erfordern. Bartenstein rechnet aber damit, dass rund 90% des Geschäftsvolumens konkret mit den Namen des Unternehmens, der Projekte und der jeweiligen Beträge publiziert werden können. Die Beurteilung der volkswirtschaftlichen Auswirkungen wird durch die Plattform Gegengeschäfte und dem Wirtschaftsforschungsinstitut begleitet.

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