Lapp: Studieren ohne Barrieren - auch für behinderte Menschen

Wien (SK) "Studieren ohne Barrieren muss auch für behinderte Menschen gelten", forderte SPÖ-Behindertensprecherin Christine Lapp am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Wie aus einer Studie des IHS im Rahmen der Sozialerhebung 2002 hervorgeht, ist unter Studierenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine höhere Studienabbruchsneigung zu konstatieren als unter Studierenden ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen. Jede/r zweite Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen nennt dabei finanzielle Probleme bzw. inakzeptable Studienbedingungen als Grund für einen möglichen Studienabbruch. "Die von der schwarz-blauen Regierung aufgebauten Hindernisse wie Studiengebühren, ein unzureichendes Stipendiensystem oder ein geringeres Budget für Unis treffen daher behinderte Studierende besonders hart", hielt Lapp fest. ****

Verschärft werde die Situation für Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung durch die geplante Einführung genereller Selbstbehalte, so Lapp weiters. Laut IHS-Studie wenden Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Schnitt pro Monat 47 Euro für Gesundheit/Krankheit auf, Studierende ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen 29 Euro. Etwa 40 Prozent der Studierenden mit chronischen Krankheiten und etwa ein Drittel der behinderten Studierenden sowie der Studierenden mit sonstigen Beeinträchtigungen geben zudem an, aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation größere finanzielle Belastungen zu haben. Dem gegenüber erhält nur eine geringe Anzahl Studierender mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen spezielle finanzielle Förderungen: Pflegegeld beziehen 1,4 Prozent, eine erhöhte Familienbeihilfe erhalten 5,5 Prozent und erhöhte Familienbeihilfe erhalten 1,5 Prozent. "Die Einführung von generellen Selbstbehalten wäre daher vor allem auch für Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine zusätzliche Belastung und eine weitere Barriere in deren Studienverlauf", kritisiert Lapp abschließend. (Schluss) se/mm

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