Der neue Grazer Hauptbahnhof ist eröffnet

Das erste große Projekt ÖBB-Bahnhofsoffensive ist fertig

Die 20 am stärksten frequentierten Bahnhöfe Österreichs bekommen ein neues "Gesicht". Hell, freundlich und mit großzügigen Servicebereichen, sowohl für ÖBB-Dienstleistungen, als auch für Geschäfte und Gastronomie, sollen sie urbane Zentren und Entree für die Bahnfahrt sein. Als erstes Flaggschiff dieser Bahnhofsoffensive wurde am 16. Mai 2003 der Grazer Hauptbahnhof feierlich seiner Bestimmung übergeben. Mit einem Investitionsvolumen von 24 Millionen Euro und nach nur knapp zweijähriger Bauzeit nahmen Landeshauptmann-Stellvertreter DI Leopold Schöggl, ÖBB Generaldirektor Dipl.-Bw. Rüdiger vorm Walde und der Hausherr von Graz, Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, die Eröffnung vor. Die Ökumenische Segnung erfolgte durch Prälat Dr. Heinrich Schnuderl und A.B. Pfarrerin Mag. Leonore Merkl.****

Graz als Referenzprojekt der Bahnhofsoffensive
Graz ist ein wichtiger österreichischer Verkehrsknotenpunkt. Jeden Tag frequentieren rund 25.000 Menschen den Grazer Hauptbahnhof, das Tor zum Wirtschaftsraum Steiermark und in die aktuelle Kulturhauptstadt Europas 2003. Diesen Menschen wollen die ÖBB einen attraktiven Eingang zur Stadt Graz und eine elegante Visitenkarte der Bahn bieten. Mit einem Aufwand von 24 Millionen Euro, zu je 50 Prozent vom Bund und den ÖBB finanziert, wurde aus dem alten Hauptbahnhof das Referenzprojekt der Bahnhofsoffensive. ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde ist überzeugt: "Dieser neu und architektonisch modern gestaltete Bahnhof bietet mit dem wesentlich verbesserten Kundenservice, der neuen hellen geschmackvollen Einkaufszone und den zeitgemäßen Gastronomiebetrieben ein würdiges Entree zur Kulturhauptstadt 2003. Als solcher ist er beispielgebend für eine neue Qualität der Bahn, die wir Schritt für Schritt realisieren." Als besonderes "Gustostück" anlässlich der Ernennung zur Kulturhauptstadt hüllt der Wiener Künstler Peter Kogler die Eingangshalle für ein Jahr mit einer für ihn charakteristischen Installation in ein "Bahnhofskleid".

Der Startschuss für den Umbau des Bahnhof Graz erfolgte in den vergangenen Jahren bereits in Etappen im Bereich des Personentunnels und der Bahnsteige. Was fehlte war der Erneuerungsschub für das Hauptgebäude. Dieses sollte sauber, sicher und hell werden. Zwischen April und Juni 2001 wurden alle Geschäfte und das ÖBB-Reisezentrum in ein Containerdorf am Bahnhofsvorplatz ausgesiedelt. Der feierliche Spatenstich für den Neubau des Grazer Hauptbahnhofes war am 5. Juli 2001. Unmittelbar darauf erfolgte der Abbruch des rechten Seitentraktes. Dieser wurde durch einen funktionellen Neubau mit einer transparenten, gut mit Licht versorgten Shopping-/Büro-Mall ersetzt. Auf einer Gesamtfläche von 7.000 m² verteilen sich Geschäfte, Restaurants und Cafés. Im ersten Stock entstanden erstklassige Büroflächen an einer der besten Adressen der Stadt.

Die historische Bahnhofshalle und die gesamte Bahnhofsfassade wurden neu gestrichen. Der Personentunnel wurde als Vorbereitung auf die künftige Nahverkehrsdrehscheibe verlängert. Im Bahnhof sind die Geschäfte nun besser angeordnet. Das kundenfreundliche ÖBB-Reisezentrum ersetzt die bisherigen Fahrkartenschalter. Durch Lifte und Rolltreppen sowie ein Blindenleitsystem wurde der Grazer Hauptbahnhof behindertengerecht.

Ein durchgehendes Hinweisband an den Wänden garantiert eine klare und rasche Orientierung. Und durch die Verlängerung des Fußgängertunnels wurden die Wege erheblich verkürzt. Rascher als bisher gelangen die Bahnkunden von den Zügen zu Bus oder Taxi und umgekehrt.

Branchenmix in der Gastro- und Shopping-Mall
Beim urbanen Zentrum Bahnhof darf natürlich die entsprechende Infrastruktur nicht fehlen. Im Zuge des Neubaus entstand eine neue, helle und geschmackvolle Einkaufszone und wurden zeitgemäße Gastronomiebetriebe angesiedelt. In der Gastro-Mall steht eine Vielfalt zur Verfügung, die vom Tee- und Kaffeespezialitätenshop über ein gemütliches Café bis hin zum gutbürgerlichen steirischen Restaurant reicht.
In der Shopping-Mall ist die Auswahl an Geschäften ebenfalls gestiegen und reicht nun vom Nahversorger über die PaperBox bis zum Blumengeschäft. Fast alle Geschäfte haben täglich geöffnet und laden auch am Sonntag zum Shoppen am Bahnhof ein.

Die Geschichte
Erzherzog Johann war es, der sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts für den Bau der Südbahn in ihrem heutigen Streckenverlauf einsetzte. Zwar wusste man damals noch nicht, wie der Semmering mit der Eisenbahn technisch zu überwinden ist, doch wurde der Bau trotzdem in Angriff genommen - vorerst unter Aussparung des Semmering-Teils. Der Bahnhof Graz entstand rund eineinhalb Kilometer vom Stadtzentrum entfernt nach den Plänen des Südbahnarchitekten Moritz Löhr.
Rund um die Bahn siedelten sich im Laufe der Jahre zahlreiche Industriebetriebe an. Personen- und Güterverkehr nahmen einen starken Aufschwung und der erste Bahnhof war den Anforderungen schon bald nicht mehr gewachsen. Architekt Wilhelm von Flattich zeichnete für die Erweiterung des Bahnhofs verantwortlich.
Am Ostermontag 1945 wurde sein Werk von insgesamt 25 Bombenangriffen in Schutt und Asche gelegt. Zwischen 1947 und 1956 entstand schließlich der von Wilhelm Aduatz geplante Hauptbahnhof, der mit seiner großzügig verglasten Haupthalle samt Bahnhofsuhr und beiden Seitenteilen Graz fast ein halbes Jahrhundert lang prägte.

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