Fasslabend: Deckelungsfrage muss neu gelöst werden

Wien, 16. Mai 2003 (ÖAAB-PD) Wer länger arbeitet, soll auch eine höhere Pension bekommen. Es ist nicht einzusehen, warum all jene, die im Berufsleben bleiben, nicht mehr Pension als den vorgesehenen Deckelbetrag von 80 Prozent bekommen sollen, sagte heute, Freitag, ÖAAB - Bundesobmann Dr. Werner Fasslabend, der sich aus diesem Grund gegen eine generelle Deckelung der staatlichen Pension auf 80 Prozent ausspricht. Der Wegfall dieses Deckels wäre ein Anreiz, dass Arbeitnehmer länger im Berufsleben verbleiben. Die Forderung nach einer Abschaffung der 80-Prozent-Deckelung wird, neben anderen Punkten zur Pensionsreform, auch Gegenstand der Diskussionen beim oberösterreichischen AAB-Landestag sein, der heute nachmittag in Linz stattfindet.

Im derzeitigen Regierungsentwurf würden all jene Erwerbstätigen benachteiligt, die vor dem Regelpensionsalter mehr als 40/45 Beitragsjahre erwerben, denn: Jene Berufsjahre über der 80%-Deckelung werden bei der Pensionsbemessung nicht berücksichtigt. Die Deckelung führt daher bei der sogenannten Hackler-Regelung zu ungerechtfertigt hohen Abschlägen. "Wenn wir wollen, dass die Arbeitnehmer in Zukunft länger im Beruf bleiben, dann müssen sie auch etwas davon haben", sagte Fasslabend. Eine generelle Deckelung der Pensionshöhe auf 80 Prozent würde jene benachteiligen, die dazu bereit sind, länger zu arbeiten. Wer länger Beiträge einzahlt, soll bei besonders langer Berufsdauer auch mehr ausbezahlt bekommen. Wenn die 80-Prozent-Deckelung wegfiele, würden auch allfällige Abschläge nicht so stark wirken.

Fasslabend sprach sich in diesem Zusammenhang für die möglichst rasche Einführung des persönlichen Pensionskontos aus. "Das persönliche Pensionskonto bringt endgültig Gerechtigkeit in das System und damit wäre sichergestellt, dass sich die Dauer und die Höhe der Beitragszahlungen direkt auf die Pensionshöhe auswirken:
Wer länger einzahlt, bekommt auch mehr heraus." Damit würde man mehr Beitragsgerechtigkeit herstellen und das Pensionssystem für die Versicherten "durchschaubarer" machen. "Bis zu dieser Umstellung müssen mögliche Durchrechnungsverluste unbefristet mit 10 Prozent gedeckelt und die Gesamtauswirkung in der Kumulation auf dieses Höchstmaß begrenzt werden", fordert Fasslabend.
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