AK zu Weiterbildung 2 - Recht auf Weiterbildung in Schweden

Schweden haben Recht auf Nachholen der Matura - demnächst gefördertes Bildungskonte für ArbeitnehmerInnen

Wien (AK) - In Österreich müssen ArbeitnehmerInnen für die Berufsreifeprüfung bis zu 4.000 Euro zahlen - in Schweden ist das Nachholen der Matura für Erwachsene kostenlos, und sie haben ein Recht darauf: Über diesen Unterschied beim Stellenwert der Weiterbildung in der schwedischen und der österreichischen Bildungspolitik berichtete am Freitag Robert Modlitba, Ministerialdirigent im schwedischen Bildungsministerium, bei der AK-Veranstaltung "lebenslanges Lernen - das schwedische Modell". Kommen soll in Schweden demnächst auch staatliche Förderung für ein Bildungskonto, aus dem sich ArbeitnehmerInnen ihre selbstbestimmte Weiterbildung finanzieren. Grundsätzliche Ziele der Bildungspolitik in Schweden seien unter anderem "gleiche Zugangschancen für alle" und "Begabungsreserven nutzen", sagt Modlitba - das gelte von der Vorschule bis zur Weiterbildung.

"Unser Modell ist anders, es ist einfacher", umreißt Modlitba knapp den Unterschied zwischen dem schwedischen und dem österreichischen Bildungsystem: "Nach dem schwedischen Schulgesetz haben auch Erwachsene ein Recht auf Ausbildung." Seit 1968 gibt es in Schweden die "Kommunale Erwachsenenbildung", kurz "Komvux", für Erwachsene, denen die Kenntnisse der Grundschule oder des Gymnasiums fehlen. Die kommunale Erwachsenenbildung wird in Kursen durchgeführt. Sie ist kostenlos. Und wer sie besucht, bekommt in Summe monatlich umgerechnet 680 oder 830 Euro Studienbeihilfe und Studienkredit. Die Höhe der Förderung hängt vom Grad der bisherigen Bildungsbenachteiligung ab.

Demnächst soll in Schweden auch das "individuelle Bildungskonto" kommen, so Modlitba. Wer ein Konto für die eigene Weiterbildung einrichtet, soll dabei steuerlich gefördert werden. Einen Teil des Sparens kann die Firma übernehmen. Seit 1. Oktober 2001 gibt es bereits die so genannte qualifizierte Berufsausbildung als Alternative zum Studium im ersten Bildungsweg (3 Jahre, ein Drittel der Ausbildung im Betrieb).

Die Weiterbildung wird in Schweden als Fortsetzung der Erstausbildung gesehen. Bereits für einjährige Kinder von Berufstätigen und Studierenden müssen die Gemeinden einen Platz in der Vorschule (dem schwedischen Kindergarten) zur Verfügung stellen, für den maximal 100 Euro Monatsgebühr zu bezahlen sind. In der Grundschule bis 15 werden alle Kinder gemeinsam unterrichtet. Ins Gymnasium nach der Grundschule gehen 97 Prozent aller Jugendlichen. Ein anschließendes Studium ist gebührenfrei und soll 50 Prozent aller unter 25-Jährigen ermöglicht werden.

SERVICE: "Weiterbildung: Die Schweden machen’s besser" - den Vortrag des Bildungsexperten Robert Modlitba über das schwedische Modell der Weiterbildung finden Sie als Folienpräsentation unter http://www.akwien.at

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