Stubenvoll tritt für Rechtsanspruch auf Frühförderung ein

Neue Handikapkidsbroschüre informiert umfassend über alles Wissenswerte zum Thema "Frühe Hilfen für Familien in Wien"

Wien (OTS) - Die 2. Landtagspräsidentin Prof. Erika Stubenvoll hat am Freitag in einer Medienkonferenz das Thema "Frühe Hilfen für Familien in Wien" ausgesprochen. Gemeinsam mit den Experten Prim.Dr. Ernst Pilz (Leiter des Zentrums für Entwicklungsförderung der Wiener Sozialdienste), Ingrid Turinsky (Bereichsleiterin der Frühförderung der Wiener Sozialdienste) und Dr. Ingrid Pilz (MA 15 -Gesundheitswesen) stellte Stubenvoll die Broschüre "Handikapkids" und weitere Initiativen im Sinne der Frühförderung für Familien mit behinderten Kindern vor. Stubenvoll forderte auch den Rechtsanspruch auf Frühförderung in einem Wiener Behindertengesetz.****

Eltern behinderter Kinder brauchen Hilfe

Im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003 soll wiederholt darauf hingewiesen werden, dass Eltern, deren Baby behindert geboren wird, nicht alleingelassen werden dürfen. Werdende Eltern haben immer bestimmte Vorstellungen, die Eigenschaften, das Aussehen und das künftige Leben ihres noch ungeborenen Kindes betreffen. Diese wunderbaren Phantasien werden dann - im Fall einer Behinderung des Kindes - auf brutalste Art und Weise bei der Geburt oder auch bei einer späteren Diagnosemitteilung zerstört. In dieser Phase "emotionalen Aufruhrs" und der manchmal verzweifelten Suche nach kompetenter Hilfe und Unterstützung sollen Familien auf eine gute Information zurückgreifen können.

Aus ihrer persönlichen Betroffenheit heraus haben Frau Birgit Vejnik und Frau Monika Kohl in mühevoller Arbeit und mit viel Einsatz die Info-Broschüre "Handicapkids" erstellt, die betroffenen Eltern mit entsprechenden Informationen helfen soll.

Broschüre "Handicapkids" telefonisch unter 277 55 anfordern

"Handicapkids" enthält alles Wissenswerte über Maßnahmen zur konkreten, individuellen Hilfestellung für beeinträchtigte, behinderte Kinder von Geburt an. Die Broschüre bietet einen Überblick aller Post- und Email-Adressen, Websites sowie wichtiger Telefonnummern, Namen von Spitälern, Spezialambulanzen, Kindergärten und Schulen, Finanzstellen, Alternativ-Medizin-Stellen, Ärzten und Hilfsanlaufstellen für Eltern. Anfordern kann man die Broschüre über das Call - Center mit der Wiener Telefonnummer 277 55.

Arbeitsgemeinschaft für Frühförderung

Zahlreiche medizinische, psychologische und therapeutische Einrichtungen stehen für Eltern heute zur Verfügung. Vor zwölf Jahren wurde die Arbeitsgemeinschaft Frühförderung von der 2. Landtagspräsidentin, Prof. Erika Stubenvoll gegründet und gleichzeitig das Modellprojekt der mobilen Hausfrühförderung etabliert, das mittlerweile auch durch ein Zentrum für Entwicklungsförderung ergänzt wurde. Trägerverein sind die Wiener Sozialdienste.

Wichtig ist die Zusammenarbeit aller Einrichtungen, die mit diesem Problemkreis befasst sind: Krankenhäuser - insbesondere die geburtshilflichen Abteilungen und Neonatologien, das Amt für Jugend und Familie, die entwicklungsdiagnostischen Einrichtungen und Ambulatorien, die sonderpädagogischen Ambulanzen der Magistratsabteilung 11A (Tagesbetreuung von Kindern, Kindertagesheime der Stadt Wien) und die Wiener Familienhebammen.

Unbürokratischer Zugang zu Hilfe, Rechtsanspruch auf Frühförderung

Sehr wichtig sei ihr, so Stubenvoll, der unbürokratische und kostenlose Zugang zu den genannten Förderungseinrichtungen. Die Wiener Mobile Frühförderung sei ein wichtiger Bestandteil der Wiener Integrationspolitik für behinderte Menschen und ihre Familien. Je früher Kinder in ihrer Entwicklung gefördert und je umfassender ihre Familien bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützt und beraten würden, desto leichter wäre es für sie, ein integriertes Leben zu führen, und desto eher würden Folgeschäden vermieden. Auch dies sei Teil einer verantwortungsvollen, nachhaltigen und kostenbewussten Gesundheits- und Sozialpolitik: Prävention, frühe Förderung, Entlastung der Familie, Hilfe zur Selbsthilfe, führte die 2. Landtagspräsidentin aus.

Mittlerweile ist die mobile Frühförderung flächendeckend in Wien umgesetzt worden. 30 MitarbeiterInnen stehen für den Familien zur Verfügung. In einem neuen Wiener Behindertengesetz solle jedenfalls auch ein Rechtsanspruch auf Frühförderung und Familienbegleitung geschaffen werden, forderte die 2. Landtagspräsidentin. Alle öffentlichen und privaten Einrichtungen sollten, besonders in diesem so sensiblen Bereich, vernetzt zusammenarbeiten, um das Optimum an Hilfe für betroffene Eltern in dieser sehr schwierigen Lebenssituation zu gewährleisten. (Schluss) hl

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