Österreichweite Betriebsräteversammlung der GBH: Wir setzen den nächsten Schritt!

Bau-Holz-Betriebsräte: Regierung muss einlenken!

Wien (GBH/ÖGB). Zeitgleich mit dem Runden Tisch bei Bundespräsident Dr. Thomas Klestil fand gestern, Donnerstag, eine österreichweite Betriebsräteversammlung der Gewerkschaft Bau-Holz in St. Pölten statt. Thema waren auch hier der geplante Pensionsraub und die anderen unsozialen Maßnahmen, die die blau-schwarze Bundesregierung in den Budgetbegleitgesetzen festlegen will. Alle in der Gewerkschaft Bau-Holz vertretenen Fraktionen waren sich einig:
Wir werden unseren Kampf für die Rechte der ArbeitnehmerInnen nicht aufgeben, bis diese Bundesregierung endlich auf die Sorgen der Menschen, die sie eigentlich vertreten sollte, eingeht und gemeinsam mit den Sozialpartnern zukunftsweisende und langfristige Konzepte für eine Pensionssicherungsreform, die diesen Namen auch verdient, erarbeitet. ++++

Johann Driemer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz: "Wir brauchen keine Gaukler, die uns einen Pensionsraub zum Quadrat als Pensionssicherungsreform verkaufen wollen. Wir sind nicht bereit, uns unter dem Titel `Abfederung´ erneut rupfen zu lassen und wir sind nicht bereit, die schwersten Eingriffe seit 1945 in unser bewährtes Sozialsystem, die gerade den Jungen keine Chancen lassen, hinzunehmen!"

Großen Beifall fanden auch die Aussagen des FCG-Vorsitzenden und Stv. Vorsitzenden der GBH Richard Dragosits, der sich gegen die Aussagen aus der Bundesregierung wehrte, Menschen, die auf die Straße gehen, um in friedlichen Demonstrationen ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen, seien "der Mob auf der Straße". Dragosits wörtlich: "Kämpfen wir gemeinsam für soziale Gerechtigkeit - das ist für uns keine Aufforderung, sondern eine selbstverständliche Verpflichtung. Wir sind Arbeitnehmervertreter und keine Parteisoldaten. Wir bekämpfen die unsozialen Maßnahmen, die die Bundesregierung setzt, wir bekämpfen nicht die Bundesregierung!"

Nicht nur die Pensionsreform war Thema der Betriebsrätekonferenz, auch die geplanten Selbstbehalte und die "Umleitung" der Notstandshilfe in die Sozialhilfe schürt den Unmut der Bau- und HolzarbeiterInnen. Ein Betriebsrat brachte die allgemeine Meinung auf den Punkt: "Zum Arzt werden nur mehr die gehen, die es sich leisten können und wenn du als Bauarbeiter das Pech hast, dass dich mit 55 Jahren niemand mehr einstellt, wie es ja üblich ist, dann kannst du in den letzten Jahren bis du in Pension gehen kannst, auch noch dein Auto und wenn vorhanden dein Haus verkaufen, weil du sonst nicht einmal Sozialhilfe kriegst dafür, dass du dein ganzes Leben lang gearbeitet hast!"

Die Betriebsräte der Gewerkschaft Bau-Holz fordern die Bundesregierung im Namen der rund 250.000 Bau- und HolzarbeiterInnen und ihrer Familien nochmals mit allem gebotenen Nachdruck auf, die geplanten unsozialen Maßnahmen sozial verträglich zu gestalten und in dem für Montag, den 19. Mai, angesetzten Gespräch mit den Sozialpartnern diesen die Möglichkeit zu geben, ein sozial verträgliches und zukunftsweisendes Modell für eine Pensionsreform mitzugestalten.

Driemer abschließend: "Wenn Bundeskanzler Schüssel in einer Aussendung zur Pensionsreform meint, 'wie haben auf´s Informieren vergessen', dann meine ich: Herr Bundeskanzler, Sie haben auf die Menschen in Österreich vergessen!"

ÖGB, 16. Mai 2003
Nr. 396

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft Bau-Holz
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Sonja Schmid
Tel. 01/401 47-246
E-Mail: sonja.schmid@gbh.oegb.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001