Kossina: Mehr grün statt grau

Erstmals Gründachförderung in Wien

Wien (OTS) - "Die Errichtung von Gründächern in Wien wird nun gefördert und ist eine weitere Bereicherung der Lebensqualität in dieser Stadt", betont die Wiener Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina bei einem Mediengespräch am Freitag, auf einem Gründach in Wien-Donaustadt. Ab sofort wird die grüne Initiative mit bis zu 2.200 Euro vom Wiener Stadtgartenamt unterstützt. Ein "Zuckerl", das die Rückgewinnung von Vegetationsflächen im städtischen Bereich belohnen soll. Kossina: "Damit schaffen wir Lebensbiotope mitten in der Stadt. "

"Ziel der neuen Förderung ist es, Wien grüner und noch lebenswerter zu machen", so Kossina.

Mit der neuen Förderung unterstreicht Kossina die Bedeutung von Gründächern für den städtisch-urbanen Bereich. Denn die Umwandlung von Grünflächen in versiegeltes Land (Häuser, Beton, Asphalt) beeinträchtigt neben dem Wohlbefinden der Stadtbewohner auch maßgeblich Klima und ökologische Gegebenheiten.

Die nun gestartete Aktion der Stadt Wien soll zur Errichtung von Gründächern und damit zur Gewinnung "neuer" Grünflächen im städtischen Bereich beitragen.****

Vom begrünten Innenhof zum Dach. Auch der Chef des Wiener Stadtgartenamtes, Paul Schiller, sieht die Sache äußerst positiv:
"Aus der Vogelperspektive zeigt sich Wien mit seinen vielen Kies-, Beton und Blechdächern als Dächerwüste. Es gibt also mehr als genug Potenzial für die Gründach-Initiative." Und gerade die Grünkomponente ist in einer Millionenstadt wie Wien sehr wichtig für Mikroklima, Wasserspeicherung und vieles mehr.

An einem Strang

Damit die Qualität der Gründachumsetzung standardisiert und überprüfbar ist, erarbeitete der Verband für Bauwerksbegrünungen (VfB) entsprechende Richtlinien und Empfehlungen, die nun zur Basis für eine eigene Gründach-ÖNORM (121131) wurden.

"Unsere Richtlinien für die Errichtung von Dachbegrünungen geben Mindeststandards sowie die erforderliche Qualität an, die bei der Anlage eines Gründaches eingehalten werden müssen - zum Schutz für Bauherren und Konsumenten", erläutert Gründach-Experte Ing. Gerold Steinbauer, Obmann des VfB. Nur ein ÖNORM-gemäßer Begrünungsaufbau entspricht den Förderungskriterien.

Antragsformulare und weitere Informationen sind beim Stadtgartenamt, beim Verband für Bauwerksbegrünungen oder bei den verschiedenen Dachbegrünungsspezialisten erhältlich. "Unser nächstes Ziel ist die Zertifizierung von Gründächern durch ein eigenes, unabhängiges 'Gründachsiegel'", formuliert Steinbauer den nächsten Schritt des Verbandes.

Förderausmaß

Grundsätzlich wird 1 Euro/pro Kubikmeter Aufbau und Quadratmeter begrünter Dachfläche gefördert. Maximal werden 25 Kubikmeter gefördert. Hat die Begrünung einen höheren Aufbau werden 25 Euro pro Quadratmeter gefördert. Die Höchstförderung pro Gründachobjekt ist limitiert mit 2.200 Euro.

Achtung: Nicht gefördert wird das Aufstellen von Blumentrögen und Töpfen! Es muss eine Dachbegrünung flächig hergestellt und begrünt werden.

Nach der Besichtigung durch die MA 42, Bezahlen der Rechnungen und Einreichen beim Stadtgartenamt erhalten Förderungsantragsteller bis zu 2.200 Euro retour.

Warum ein Gründach?

Ein blühendes Gründach schafft neben der optischen Bereicherung wichtige neue Vegetationsflächen in der verbauten, städtischen Landschaft und damit eine Reihe weiterer Folgewirkungen: Das Gründach trägt zu einem ausgeglichenem Kleinklima bei. Das wird sowohl in den darunter liegenden Räumlichkeiten wie auch in der unmittelbaren Umgebung spürbar.

Eine weitere positive "Nebenwirkung" des Gründachs ist der verminderte Abfluss von Niederschlagswasser. Nur das Überschusswasser (bei entsprechend trag- und speicherfähigem Dachaufbau reduziert auf bis zu ca. 30 Prozent des Niederschlages) gelangt zeitverzögert in die Kanalisation.

Das zurückgehaltene Wasser verdunstet zum Teil, führt zu einer höheren Luftfeuchtigkeit und Abkühlung der Luft und damit zu einem günstigeren Klima. Und schließlich kann das Gründach bei naturnaher Gestaltung auch Lebensraum für verschiedene Tierarten bereitstellen und kann so einen Beitrag zum Naturschutz leisten.

Allgemeine Informationen:
o Dachbegrünung: http://www.wien.gv.at/ma42/dach.htm
o Verband für Bauwerksbegrünung: http://www.gruendach.at/ (Schluss) bfm

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Birgit Flenreiss-Mäder
Tel.: 4000/81 353, Handy: 0664/32 69 753
fle@ggu.magwien.gv.at
Ing. Gerold Steinbauer
Verband für Bauwerksbegrünungen
Tel.: 01/5050 80 10
dach@steinbauer.at
Mag. Evi Bottesch, Bottesch p.r.,
Tel: 01/505 87 10
evi@bottesch.com

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