AK kritisiert Rückzug der Regierung aus Weiterbildung

AK Veranstaltung "Lebenslanges Lernen - das schwedische Modell"

Wien (AK) - "Die Regierung lässt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Weiterbildung im Stich", kritisiert Johanna Ettl, Leiterin des Bereichs Bildung in der AK Wien. "Sie will ihr Budget für Erwachsenenbildung um ein Viertel kürzen - und ihre Pensionspläne bedeuten weniger Pension für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in Bildungskarenz gehen." Die Regierung soll sich an Schweden ein Beispiel nehmen, sagte Ettl am Freitag in Wien bei der AK-Veranstaltung "Lebenslanges Lernen - das schwedische Modell":
In Schweden haben die ArbeitnehmerInnen das Recht, sämtliche Abschlüsse bis zur Matura kostenlos nachzuholen - und es soll ein gefördertes Bildungskonto für alle geben, die sich weiterbilden. Für Österreich will Ettl, dass die Regierung ein 100-Millionen-Euro-Förderpaket für die Weiterbildung zur Verfügung stellt.

"Die Regierung sagt den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern: Beim Weiterlernen müsst ihr selber schauen, wo ihr bleibt," kritisiert Ettl den "Rückzug der Regierung aus der Erwachsenenbildung". Laut Budgetplan für 2003/2004 will die Regierung die Förderung der Erwachsenenbildung um 25 Prozent kürzen, nachdem sie bereits 2000 um 15 Prozent gekürzt und dann eingefroren worden war. Dadurch werde die Verantwortung für die Erwachsenenbildung an andere delegiert: an die Länder, die Unternehmen und die ArbeitnehmerInnen selbst. "Dabei kostet eine Stunde EDV-Kurs heutzutage oft so viel, wie eine Arbeiterin an einem Tag verdient, sagt Ettl. "Das ist unleistbar!"

Durch die geplante längere Durchrechnung für die Pension droht ArbeitnehmerInnen bei Unterbrechungen zwecks Bildungskarenz oder Studium die Kürzung ihrer Pension, kritisiert Ettl. Und die AK könne etwa dem Punkt "Nachholen von Bildungsabschlüssen" im Regierungsprogramm schon zustimmen: "Aber wie soll das finanziert werden?"

Ettl verlangt, dass der Bund ein 100-Millionen-Euro-Förderpaket für die Weiterbildung zur Verfügung stellt. Ausgezahlt werden soll das Geld als Bildungsprämie: Wer weniger verdient, soll mehr Förderung für die Weiterbildung bekommen. Außerdem will die AK einen gesetzlichen Anspruch auf eine Woche bezahlte Freistellung für Weiterbildung im Jahr. "Bildung ist das Fundament für die Chancen und das vorwärts Kommen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Bildung ist aber auch das Fundament für den Wirtschaftsstandort Österreich", sagt Ettl. "Daher soll es die österreichische Regierung den Schweden nachmachen und mehr in die Aus- und Weiterbildung investieren."

Bei der AK Veranstaltung berichtete Robert Modlitba, Ministerialdirigent im schwedischen Bildungsministerium, über das schwedische Modell des lebenslangen Lernens: "Unser Modell ist anders, es ist einfacher." Zum Beispiel haben alle ArbeitnehmerInnen das Recht , sämtliche Abschlüsse bis zur Matura kostenlos nachzuholen.

(Forts.)

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