OÖNachrichten 16. Mai 2003 "Lentos V ein neuer Glanzpunkt für Linz" von Franz Schwabeneder

Gelegentlich braucht man den Mut zur Lücke. Am Sonntag wird das Linzer Kunstmuseum Lentos eröffnet und im Ritual der geladenen Ehrengäste werden die Vertreter der Bundesregierung fehlen. Bekanntlich hat sich der Bund in erbärmlicher Weise vor einer Mitfinanzierung des 33-Millionen-Euro-Projekts gedrückt, und so ist es nur gerechtfertigt, dass bei dem feierlichen Festakt die kultur-und bildungspolitische Verweigererpartie Schüssel/Gehrer samt Kammerdiener Morak dort bleibt, wo sie hingehört: draußen.
Dieses Haus an der Donau ist grandioser Schlussstein in einer großartigen kulturellen Entwicklung, die die Landeshauptstadt in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat, den Wandel vom Image der stinkenden und staubigen Industriestadt zu einem urbanen Raum, in der Wirtschaft und Kultur in sich gegenseitig respektierender Partnerschaft existieren. Hier sei noch einmal an dieser Stelle dem Linzer Exbürgermeister Hugo Schanovsky gedankt, der seinerzeit mit dem Slogan ÖLinz muss die sauberste Industriestadt Österreichs werdenw zwar hämisch belächelt worden ist, aber mit seinem plakativen Bekenntnis die Wende des Denkens und Handelns miteingeleitet hat.
Die Errichtung von Ars Electronica Center, Design Center, Posthof II, die Förderung einer Vielzahl von Einrichtungen von der Stadtwerkstatt bis zum Theater Phönix, das konsequente Bemühen, im Sinne des Kulturentwicklungsplans, den man sich selbst verordnet hat, vielfältiges kulturelles Leben zu ermöglichen und daran mitzuwirken E das alles hat der Arbeiter- und Indu-striestadt Linz auch den Rang einer Kulturstadt gegeben. Es macht einfach Freude, am künstlerischen Leben in dieser Stadt teilzuhaben, das Risiko unabwägbarer Ärgernisse und Unergiebigkeiten eingeschlossen.

Das Kunstmuseum Lentos ist eine große städtebauliche und gesellschaftspolitische Leistung. Ein Haus, das dem urbanen Donauraum glanzvollen Akzent verleiht, das der Stadt ein neues Gesicht gibt und des Abends in der Beleuchtung der Außenhaut zu ihrem, so Bürgermeister Franz Dobusch,

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wichtigsten strahlenden
PunktG wird. Ein Haus, in dem die enorme Qualität der hier ver- und gesammelten bildenden Kunst von der klassischen Moderne bis zur Aktualität zu neuer gültiger Wirkung kommt. Ein Haus auch, dem Prinzip vKultur für allef verpflichtet, offen für jeden, der kommen will. Die heimische Wirtschaft hat sich in herausragender Weise an dem Projekt beteiligt, die fast drei Millionen Euro Sponsorbeiträge dokumentieren dies. Und das Lentos ist auch Ergebnis des Zusammenspiels einer funktionierenden Kommunalpolitik, die ein schlüssiges Konzept mit Konsequenz und Professionalität durchgezogen hat. Die Kleingeistigkeit der ansässigen Kulturverhinderungspartei war in diesem Fall eine vernachlässigbare Größe.
Jetzt ist die Stadt Linz am Zug, von seinem Partner, dem Land Oberösterreich, die Vollendung der Vision /Kulturstadt= einzufordern. Und das ist im Sinne eines vitalen, sinnlichen, repräsentativen und dem Heute verpflichteten Kulturlebens, der Neubau eines Musiktheaters&

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