Staatssekretär Mag. Karl Schweitzer zur Kürzung der Turnstunden

Kürzung der Turnstunden stützt sich auf Stellungnahmen zum Begutachtungsentwurf

Wien (OTS) - Der ursprünglich vorgelegte Ministerialentwurf sah,
so Staatssekretär Mag. Karl Schweitzer, die Kürzung von Stunden im Ausmaß von 25 % für Leibesübungen vor. Nach eingehenden Verhandlungen wurde als Verhandlungsergebnis der Begutachtungsentwurf ohne Stundenkürzungen ausgesandt.

"Im darauffolgendem Begutachtungsverfahren langten in Bezug auf Leibesübungen zahlreichen Stellungnahmen ein. Diese Stellungnahmen veranlassten Bundesministerin Gehrer offensichtlich - trotz ursprünglich anderslautender Vereinbarung - auch Stunden für Leibesübungen zu kürzen", erklärte der Staatssekretär.

Nach Durchsicht aller Stellungnahmen habe sich durchgehend eine sehr starke Ablehnung gegenüber dem Entwurf aus finanziellen und pädagogischen Überlegungen gezeigt. Vor allem die Reduktion auf Einstundenfächer und das Fehlen eines pädagogischen Konzeptes wurde von vielen Seiten kritisiert, so Schweitzer weiter.

Nachfolgend die prägnantesten Zitate:

1. Präsident HR Stricker, Landesschulrat für Niederösterreich:
"Es ist absolut nicht einsichtig, Gegenstände weiter zu kürzen, die bereits mehrmals gekürzt wurden und nur mehr ein sehr geringes Ausmaß haben, andere Gegenstände, teilweise sogar mit hohem Stundenausmaß, wie etwa Leibesübungen nicht angedacht werden dürfen. Es ist im weitem Bereich unverständlich, dass Leibesübungen nicht vermindert werden kann. Eine weitere Kürzung von kreativen und handlungsorientierten Unterrichtsgegenständen (insbesondere Bildnerische Erziehung und Musikerziehung) ist abzulehnen."

2. Präsident Enzenhofer, Landesschulrat für Oberösterreich:
"Zu den Kürzungen von Gegenständen in den subsidiären Stundentafeln ist auffallend, dass bestimmte Gegenstände wie Leibesübungen ausgenommen wurden. Dies ist nicht einsichtig. Gerade im MTK- Bereich sollte beachtet werden welches kompensative Angebot außerhalb der Schule gegeben ist."

Ad Hauptschule:
"Nicht einsichtig ist, warum gerade Leibesübungen nicht gekürzt wurden, obwohl auf Grund der großen Zahl dieser Stunden oft in einem Turnsaal mehrere Schülergruppen gleichzeitig unterrichtet werden müssen. Der Gesundheitsbegriff ist ein ganzheitlicher Begriff und wird als solcher im Grundsatzerlass zum Unterrichtsprinzip Gesundheitserziehung definiert, wonach die Inhalte der Gesundheitserziehung ein wesentlicher Bestandteil der Unterrichtsgegenstände Biologieunterricht, Ernährung und Haushalt, Leibesübungen und Werkerziehung sind."

3. Präsident Mag. Gerhard Schäfer, Landesschulrat für Salzburg:
Zur Hauptschule:
"Da Leibesübungen mit einer sehr hohen Wochenstundenanzahl (nahezu soviel wie DEM) dotiert ist, erscheint es gegenüber den Fächern, die schon jetzt mit viel geringeren Wochenstunden verankert sind, angemessen, eine Gewichtung und Kürzung vorzunehmen, die durch Angebote im Bereich der unverbindlichen Übungen kompensiert werden könnten."

Zur AHS:
"Es wird bemängelt, dass der Unterrichtsgegenstand Leibesübungen von den Kürzungen ausgenommen wurde. Insbesondere für die Oberstufe wird vorgeschlagen in der fünften und sechsten Klasse je eine Stunde zu kürzen. Damit könnten Einstundenfächer vermieden werden."

4. Präsident Dr. Rattinger, Landesschulrat für Steiermark:
Zur Hauptschule:
"Die subsidiäre Stundentafel sollte dahingehend abgeändert werden, dass der Unterrichtsgegenstand Leibesübungen zugunsten des Gegenstandes Physik um eine Wochenstunde gekürzt wird."

Zur AHS:
"Die beabsichtigten Stundenkürzungen an der Unterstufe der AHS gefährden gerade jene bereits eingerichteten Schwerpunkte, die das BMBWK mit besonderem Nachdruck betreibt: Informatikunterricht, Fremdsprachenoffensive und Lesekompetenz. Eine Kürzung des Unterrichtsgegenstandes Leibesübungen in der AHS- Unterstufe um eine Wochenstunde erscheint dagegen vertretbar."

5. Besonders hervorzuheben sei, so Schweitzer, die Stellungnahme der Abt. V/5 des BMBWK. In der Stellungnahme spreche sich Dr. Redl gegen die Führung eines Einstundenfaches Leibesübungen aus:

"Es ist aber bei allen vorgeschlagenen Maßnahmen immer zu berücksichtigen, dass Leibesübungen in einem bestimmten Ausmaß (auch in Ausnahmefällen nicht geringer als 2 Stunden pro Woche) notwendig ist, körperliche Anpassung zu erreichen und zu einer gesamthaften Persönlichkeitsbildung beizutragen.
Es sei noch einmal darauf hinzuweisen, dass es zur Erstellung der Stundentafeln keine Befassung von V/5 gegeben hat, was insbesondere im Bereich des berufsbildenden Schulwesens, aber auch für das land-und forstwirtschaftliche Schulwesen sachlich nicht vertretbare Reduktionen des Unterrichts aus Leibesübungen auf eine Wochenstunde mit sich brachte."

Zur Volksschule:
"Grundsätzlich ist einzufordern, dass Leibesübungen nicht autonom gekürzt werden können."

Zur Handelsakademien/ Handelsschulen:
"Es ist festzuhalten, dass die Führung eines Einstundenfaches Leibesübungen jeder sportwissenschaftlichen und sportpädagogischen Grundlage entbehrt. Es kann auch einer vierzehntägigen Führung mit zwei Wochenstunden nicht zugestimmt werden. Diese Kürzungen wären rückgängig zu machen."

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