Preise der Stadt Wien für Hackl, Phettberg, Jabornegg & Palffy

Wien (OTS) - Heute, Donnerstag, wurden im Wiener Rathaus die
Preise der Stadt Wien 2002 für Literatur, Publizistik und Architektur vergeben. Die Preisträger sind Erich Hackl, Hermes Phettberg, Christian Jabornegg und András Pálffy. Die mit je 8000 Euro dotierten Preise der Stadt Wien werden jährlich vergeben.****

"Die heurigen Preisträger haben - bei aller Unterschiedlichkeit - eines gemeinsam; sie haben mit ihrem Wirken, mit ihrem Schaffen gesellschaftliche Denkprozesse in Gang gebracht", so Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny in seiner Begrüßung. Erich Hackl sei ein politischer Schriftsteller; in seinen Büchern gelingt es ihm, die Verbindung von individueller und politischer Geschichte darzustellen. Hermes Phettberg sei ein radikaler und subjektiver Beobachter des Wiener Alltaglebens. Jabornegg und Palffy geben mit ihrer klaren und schlichten Gestaltung der zeitgenössischen Kunst jenen Raum, der ihr zusteht und in dem sie wirken kann".

Erich Hackl ist einer der bedeutendsten Schriftsteller Österreichs. Erich Hackl wurde 1954 in Steyr geboren. Er studierte Germanistik und Hispanistik an den Universitäten Salzburg und Malaga. Ab 1977 arbeitete er als Lektor und Lehrer in Madrid und Wien; seit 1983 ist er als freier Schriftsteller und Übersetzer tätig. Er unternahm zahlreiche Reisen nach Mexiko, Zentralamerika, Argentinien und Uruguay. Zu seinen wichtigsten Werken zählen "Auroras Anlaß", "Abschied von Sidonie", "Sara und Simon" und "Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick". Zuletzt erschien im Jahr 2002 im Diogenes Verlag "Die Hochzeit von Auschwitz. Eine Begebenheit". Dazu gab Erich Hackl eine Reihe von Büchern heraus, übersetzte Publikationen aus dem Spanischen und verfasste zahlreiche Hörspiele und Features. Erich Hackl erhielt viele Auszeichnungen und Preise, darunter den "Prix Ecureuil de Littérature Étrangère (1991), den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (1996) und den Solothurner Literaturpreis (2002).

Hermes Phettberg wurde 1952 als Josef Fenz in Hollabrunn geboren. Der Kolumnist der Wiener Stadtzeitung "Falter" ist ein radikaler und subjektiver Beobachter des Wiener Alltaglebens. In seiner wöchentlichen Kolumne "Predigtdienst", die nunmehr seit zehn Jahren erscheint, bringt er auch soziale Themen zur Sprache, etwa Armut und Obdachlosigkeit. Von 1986 bis 1994 spielte er verschiedene Rollen im Theater "Sparverein Die Unzertrennlichen". Mit "Frucade oder Eierlikör" in der Talkshow "Phettbergs Nette Leit Show" schrieb Hermes Phettberg Fernsehgeschichte.

Christian Jabornegg wurde 1956 in Wels, András Pálffy wurde 1954 in Budapest geboren. 1988 schlossen sich die beiden Architekten zusammen und gründeten ein gemeinsames Büro. Das Architektenduo hat sich auf Raumgestaltung und Ausstellungshallen für zeitgenössische Kunst spezialisiert. Zu ihren wichtigsten Projekten zählen die Generali Foundation, die Ausstellungsräume für die Documenta X in Kassel, der Umbau der Schoellerbank und das Museum am Judenplatz, in dem mittelalterliche Fundstücke sowie die Reste der Synagoge ausgestellt werden. Mit ihrem Siegerprojekt zur Neugestaltung des Karlsplatzes haben Jabornegg und Palffy einen gesellschaftlichen Diskussionsprozess über das städtebauliche Zukunftsprojekt in Gang gebracht. (Schluss) rar

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Renate Rapf
Tel.: 4000/81 175
rap@gku.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0022