ÖGB-NÖ Frauenvorsitzende Bogath: NÖ keineswegs Familienland Nr. 1

Frauen ziehen sich wegen geringer beruflicher Chancen ins Privatleben zurück

Wien (ÖGB-NÖ). "Die Familie ist ein wichtiger Lebensbereich, keine Frage. Aber so viel hat die Politik noch nicht für die Frauen getan, dass wir Niederösterreich als Familienland Nr. 1 bezeichnen könnten", widerlegt ÖGB-NÖ Frauenvorsitzende Christa Bogath die Ansicht von LR Mag. Johanna Mikl-Leitner, die diese mit einem unvollständigen Zitat aus der AKNÖ-Studie "Frau und Arbeit in NÖ" zu untermauern versucht. Richtig ist vielmehr: Die niederösterreichischen Frauen geben zwar der Familie den Vorrang, aber nur, weil sie ihre beruflichen Möglichkeiten nicht verwirklichen können. Die Hinwendung zur Familie erfolgt nicht immer freiwillig. Das ergibt die Studie, die von der Niederösterreichischen Arbeiterkammer bei SORA in Auftrag gegeben und bereits am 27. Jänner 2003 präsentiert wurde.++++

Frauen haben noch zu wenig Chancen im Berufsleben

Je nach Alter, Bildung und Lebenssituation hat die weibliche Bevölkerung nämlich völlig unterschiedliche Erwartungen an ihr Berufsleben und den Arbeitsmarkt. Mehr als drei Viertel der bis zu 25-Jährigen stufen die berufliche Karriere als sehr wichtig oder ziemlich wichtig ein. Zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr erlebt die berufliche Laufbahn der Frauen aber einen dramatischen Einbruch. Erst ab dem 41. Lebensjahr steigt das Interesse am Job erneut.

"Völlig logisch", erklärt Bogath, "die Niederösterreicherinnen verdienen zu wenig, das mittlere weibliche Einkommen liegt bei 1.181 € und beträgt 66 % dessen, was ein Mann verdient. Die beruflichen Möglichkeiten, die den Frauen geboten werden, sind kein echter Anreiz. Die Kinderbetreuungseinrichtungen haben häufig starre Öffnungszeiten, die sich nicht nach den Bedürfnissen von Kindern, Eltern und Wirtschaft richten. Viele Frauen haben keineswegs die Chance, sich wirklich für den Beruf zu entscheiden. Die Politik hat es bisher verabsäumt, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Frauenpolitik in NÖ ist noch lange nicht so weit, dass sie sich ein gutes Zeugnis ausstellen könnte." (Schluss)

ÖGB, 15. Mai 2003
Nr. 393

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