Schierhuber: Ausbau der Hilfe zur Selbsthilfe in der Entwicklungspolitik

Mehr Gewicht auf Bildung und Stärkung der Kapazitäten

Straßburg/Wien, 15. Mai 2003 (ÖVP-PK) "Hilfe zur Selbsthilfe ist und bleibt eines der wichtigsten Elemente der Entwicklungszusammenarbeit. Es ist daher nur zu begrüßen, wenn sich die EU vermehrt der Stärkung der Eigenkapazitäten in den Entwicklungsländern annehmen möchte", sagte heute, Donnerstag, die ÖVP-Europaparlamentarierin Agnes Schierhuber heute in Straßburg. Das Plenum des Europäischen Parlaments stimmt heute über einen Bericht ab, der eine Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit fordert. "Alle Akteure in den Entwicklungsländern sollen ihr Potenzial und ihre organisatorischen Fähigkeiten selbst entwickeln können und dabei ihre eigenen Entwicklungsziele definieren", so Schierhuber. ****

Ein wesentliches Element der Neuausrichtung der EU-Entwicklungszusammenarbeit sei die verstärkte Förderung der Bildung. "Weltweit haben 113 Millionen Kinder noch nie eine Schule besucht. Die Mehrheit davon sind Mädchen. Bildung ist aber ein wesentliches Element zum Abbau von Armut und die Grundlage für nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum", unterstreicht die entwicklungspolitische Sprecherin der ÖVP-Delegation. Das Europäische Parlament fordert nun, dass der in die Bildung fließende Anteil der Entwicklungshilfe der EU auf mindestens acht Prozent des Gesamtbetrags verdoppelt wird. "Wenn der Prozess der Stärkung der Kapazitäten erfolgreich sein soll, muss er aber auch die im Umfeld von Armut auftretende Krankheiten verringern und verantwortungsvolles Regieren fördern. Die Aufbindung der Hilfe, die Förderung der Kompetenz der politischen Parteien und eine größere Transparenz der staatlichen Behörden sind weitere wichtige Ziele."

Für das Europäische Parlament muss eine Politik der Stärkung der Kapazitäten in den Entwicklungsländern grundlegend auf folgenden Prinzipien fußen: Eine Beteiligung der Adressaten der Hilfe an der Auswahl der Entwicklungsziele und der Verfahren zu ihrer Umsetzung, die Betonung der Eigenverantwortung sowie die Kontinuität und Nachhaltigkeit des Entwicklungsprozesses. "Unumgänglich ist auch ein steter Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Das reicht von den Basisgemeinschaften bis hin zu den staatlichen Körperschaften", sagte Schierhuber.

Weiters bewertete Schierhuber die Aufforderung an die Kommission als grundsätzlich positiv, mehr Gewicht auf die Stärkung der Kapazitäten in Landwirtschaft und Handel zu legen. "Ebenso wichtig ist auch der Aufbau von Infrastruktur wie Transport, Energieversorgung und Wasserversorgung in einer effizienten Entwicklungspolitik", so Schierhuber abschließend.

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