Schierhuber: Maul- und Klauenseuche wurde zur Image-Frage für europäische Bauern

Neuer Richtlinienvorschlag trägt Handschrift des Europaparlaments

Straßburg/Wien, 15. Mai 2003 (ÖVP-PK) "Die Maul- und Klauenseuche ist zur Image-Frage für die europäischen Bauern und die EU-Agrarpolitik geworden. Der Richtlinienvorschlag der Kommission für Maßnahmen zur Bekämpfung der MKS ist daher äußerst begrüßenswert, da die Kommission wichtige Forderungen des Europäischen Parlaments übernimmt", freut sich die ÖVP-Europaabgeordnete Agnes Schierhuber, die als Mitglied des MKS-Ausschusses im Europäischen Parlament aktiv an der Überarbeitung der bisherigen Politik zur Bekämpfung und Verhütung von Maul- und Klauenseuche beigetragen hatte. ****

Das Europäische Parlament hatte auf der Grundlage des Berichts seines Nichtständigen Ausschusses für MKS am 17. Dezember 2002 eine Entschließung verabschiedet, in der eine Revision der bisherigen Politik zur Verhütung und Bekämpfung der MKS gefordert wurde. Die Kommission hat unmittelbar im Anschluss daran einen umfangreichen Vorschlag zur Neuregelung der Bekämpfung der MKS in der EU vorgelegt, über den nun heute im Plenum abgestimmt wird.

Ein zentrales Element des Kommissionsvorschlags ist für Schierhuber die Beibehaltung des Verbots der vorsorglichen Impfung. "Dieser Vorschlag macht für mich als Bäuerin wirklich Sinn. Es gibt derzeit keinen Impfstoff, der die sieben Serotypen von MKS und die mindestens 80 Untertypen abdeckt. Auch die Gefahr der Einschleppung nicht erfasster Impfstämme aufgrund des großen und schnellen internationalen - auch illegalen - Warenverkehrs spricht gegen die Sinnhaftigkeit prophylaktischer Impfungen", so Schierhuber. Sie fordere aber erhöhte Anstrengungen in der Forschung bei der Entwicklung von MKS-Impfstoffen.

"Die Kommission übernimmt erfreulicherweise auch die vom Parlament geforderte Einstellung bei der Frage des Einsatzes von Notimpfungen. Notimpfungen sollen nicht mehr die letzte Möglichkeit bei der Bekämpfung von MKS sein, sondern einen wichtigeren Stellenwert in der Seuchenbekämpfung erhalten", begrüßte Schierhuber den Kommissionsvorschlag. "Eine rasche und effiziente Bekämpfung der MKS ist und bleibt unumgänglich. Das Ausmaß der Seuche in England hätte aber auch verhindert werden können, wenn entsprechende Kontrollmaßnahmen und die bestehenden EU-Vorschriften eingehalten worden wären", ärgert sich die österreichische Bauernvertreterin über die vorgefallenen Leichtsinnigkeiten in der Vergangenheit.

"Seit dem verheerenden MKS-Ausbruch vor zwei Jahren in Großbritannien ist die Bevölkerung stark verunsichert. Das hat auch zu schlimmen Folgen und dramatischen finanziellen Verlusten für uns Bauern, die vor- und nachgelagerten Bereiche und den gesamten ländlichen Raum geführt. Jetzt müssen wir die Lehren aus der Vergangenheit ziehen. Katastrophen dieses Ausmaßes dürfen nie mehr passieren", sagte Schierhuber abschließend.

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