ÖAMTC: Neue Beladungsvorschrift soll helfen Unfallopfer zu vermeiden

Eine der zentralen Forderung des Clubs im Rahmen seiner Initiative "Sicherer Schwerverkehr" wurde nun im Kraftfahrgesetz verankert

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der ÖAMTC begrüßt die gestern im Verkehrsausschuss des Parlaments beschlossenen Regelungen der 22. Novelle des Kraftfahrgesetzes. "Neben einer Sturzhelmpflicht für die Benützer von Quads, also vierrädriger Motorräder, sieht der Club in den neuen Beladungsvorschriften für Kraftfahrzeuge eine gute Chance zur Verbesserung der Verkehrssicherheit", betont ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Erleichterungen gibt es für die Besitzer von Anhängern: Sie brauchen ihre Fahrzeuge nicht ständig umtypisieren lassen, wenn sich die Gesamtgewichte durch Änderungen beim Zugfahrzeug ändern.

Die bisherigen sehr allgemein gehaltenen Bestimmungen über die Beladung von Fahrzeugen in der Straßenverkehrsordnung werden nun durch eine erweiterte Haftung ergänzt: Neben dem schon bisher verantwortlichen Zulassungsbesitzer und dem Lenker wird auch der Belader für die ordnungsgemäße Sicherung der Ladung haften und für Unfallfolgen verantwortlich gemacht werden können. Mit den neuen Bestimmungen wird auch einer zentralen Forderung des ÖAMTC im Rahmen seiner Initiative "Sicherer Schwerverkehr" Rechnung getragen.

Trauriger Anlass für die Novelle war ein tragischer Unfall auf der Westautobahn bei Pöchlarn im August 2001: Ein Lkw mit Anhänger, der hängende Kleider geladen hatte, war beim Spurwechsel in einem Baustellenbereich umgekippt und hatte einen entgegenkommenden Reisebus seitlich "aufgeschlitzt". Die Folge: Acht tote Kinder aus Deutschland und viele teils schwer Verletzte.

"Bei der neuen Regelung geht es nicht darum, bei einem Unfall einen weiteren Schuldigen zu finden, sondern in erster Linie darum, dass die Ladung so gesichert wird, dass der Unfall gar nicht passieren kann", erläutert ÖAMTC-Jurist Hoffer. Die Ladung soll den Beanspruchungen des "normalen Fahrbetriebes" standhalten und darf sich nur geringfügig gegeneinander oder im Fahrzeug verschieben können. Dies soll durch Verzurren, rutschfeste Unterlagen oder gegenseitiges Verkeilen der Ladung erreicht werden.

"Die Bestimmung hat zwar vordergründig transportierte 'Sachen' vor Augen, wäre aber theoretisch auch auf die Beförderung von Haustieren anwendbar", so Hoffer. Der ÖAMTC geht aber davon aus, dass Hunde, Katzen und andere Haustiere weiterhin nur soweit gesichert werden müssen, dass der Lenker unbehindert das Fahrzeug bedienen kann und die Tiere daher nicht festgeschnallt werden müssen.

Verwaltungsvereinfachung bei Anhängern

Für die Besitzer von B-Führerscheinen, die schwere Anhänger ziehen wollen, bringt eine Neuregelung Vereinfachungen, Beschleunigungen und Kostensenkungen. Bei neuen Anhängern wird eine "Bandbreite" festgelegt, innerhalb derer im Einzelfall die private Zulassungsstelle nur noch das höchstzulässige Gesamtgewicht in die Zulassungsbescheinigung eintragen muss.

Das Ziehen solcher Anhänger ist nämlich nur zulässig, wenn die Summe der höchstzulässigen Gesamtgewichte 3.500 kg nicht übersteigt. Außerdem darf das höchstzulässige Gesamtgewicht des Anhängers das Eigengewicht des jeweiligen Zugfahrzeuges nicht übersteigen. Daher muss bisher oft beim Erwerb eines Anhängers oder eines neuen Zugfahrzeuges das höchstzulässige Gesamtgewicht in einem aufwendigen behördlichen Einzelgenehmigungsverfahren dem Gewicht des Zugfahrzeuges angepasst werden.

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ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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