GRILLITSCH: AGRARBUDGET BRINGT ZWAR GRUNDSICHERUNG, IST ABER AUCH AUFTRAG

Bauern sind als professionelle und innovative Unternehmer gefordert

Wien, 15. Mai 2003 (ÖVP-PK) Im heute tagenden parlamentarischen Unterausschuss des Budgetausschusses steht auch das Kapitel Land-, Forst- und Wasserwirtschaft auf der Tagesordnung. Dabei wird ein Agrarbudget für 2003/4 vorgestellt, das den Bauern zwar eine Grundsicherung bringt, aber gleichzeitig auch deutlicher Auftrag zur Stärkung des bäuerlichen Unternehmertums ist, so die Beurteilung von ÖVP-Abg. Fritz Grillitsch, Präsident des Österreichischen Bauernbundes. ****

DREI MILLIARDEN EURO-PAKET GESICHERT

Für die Landwirtschaft stehen 1,98 Milliarden Euro im Jahr 2003 und 2,01 Milliarden im Jahr 2004 bereit. Das drei Milliarden Euro-Paket ist gesichert: 2003 erfolgt eine bundesseitige Budgetierung von 436 Millionen Euro für das drei Milliarden Euro-Paket, 2004 in der Höhe von 454 Millionen Euro.

DIE MASSNAHMEN DER LÄNDLICHEN ENTWICKLUNG WERDEN AUSFINANZIERT

Für Agrarumweltmaßnahmen (ÖPUL), Ausgleichszahlungen und die sonstigen investiven Maßnahmen stehen im Jahr 2003 1,01 Milliarden Euro und im Jahr 2004 1,06 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Zukunftsmarkt Biomasse wird forciert. In den Jahren 2003 und 2004 werden zur Umsetzung der nationalen Klimastrategie die Budgetmittel um jeweils 30 Millionen aufgestockt. Dieser Markt müsse durch den Bauern als Biomasseproduzenten konsequent erschlossen werden, meint der Abgeordnete.

Für den Umweltbereich sind im Jahr 2003 rund 483,31 Millionen und im Jahr 2004 rund
514,62 Millionen Euro vorgesehen. "Klimaschutz ist ein zentrales Anliegen. Das Ziel, den Biomasseeinsatz bis 2010 um 75 Prozent zu erhöhen, muss daher von der Landwirtschaft als Chance für die betriebliche Entwicklung erkannt werden", so Grillitsch.

PROFESSIONALISIERUNG, FORTBILDUNG, ERSCHLIESSUNG NEUER MÄRKTE SIND NOTWENDIG

"Auf der Basis gesicherter finanzieller Rahmenbedingungen für die Jahre 2003 und 2004 kann gezielt die Steigerung der Wertschöpfung landwirtschaftlicher Betriebe angegangen werden. Dazu gehört, dass die wirtschaftlichen Vorteile überbetrieblicher Kooperationen gezielter genutzt werden müssen. Nur auf diesem Weg können der rationale Einsatz von Produktionsfaktoren, die Senkung des Kapitalbedarfs und der Produktionskosten sowie die Vorteile von Funktionsteilung und Spezialisierung auch der klein- und mittelstrukturierten österreichischen Landwirtschaft zugute kommen", erläuterte der Abgeordnete.

Das Ziel der europaweiten Zulassung von Betriebsmitteln werde im Sinne der Konkurrenzfähigkeit konsequent weiterverfolgt. Angepeilt würden erfolgreiche Modelle wie bei der Anerkennung der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, um den vollen Binnenmarktzugang zu gewährleisten.

Grillitsch weiter: "Aus- und Weiterbildungsangebote wie etwa das 'Fortbildungsprogramm bäuerliches Familienunternehmen (BFU)' müssen offensiv genutzt werden. Die bis 2006 angestrebten 10.000 Absolventen dieses Fortbildungsprogramms müssen erreicht werden, um die persönlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für den betrieblichen Erfolg der österreichischen Betriebe zu optimieren."

DER BAUER IST ALS DIENSTLEISTER GEFRAGT

Der Bauer sei aufgrund seines Know-How und seiner technischen Ausstattung zum zentralen Dienstleister im ländlichen Raum prädestiniert. Professionalisierung und Digitalisierung (Nutzung von Breitbandtechnik für hohe Datenübertragungsgeschwindigkeiten) würden dazu beitragen, diese Stellung nachhaltig auszubauen und zu festigen.

Im Bereich der Maschinenringe, der sozialen Dienstleistungen oder der Freizeit- und Tourismuswirtschaft müssten Kräfte gebündelt und Angebote auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten werden. Die Weiterentwicklung der Maschinenringe zum kommunalen und sozialen Dienstleister müsse österreichweit forciert werden.

Neben bereits bestehenden Kooperationen mit dem Gewerbe müsse die Zusammenarbeit mit der industriellen Produktion innovativ erfolgen. Beispiele hierfür seien etwa in der Autoindustrie unter dem Gesichtspunkt des Recycling von Bestandteilen zu finden.

VERWALTUNGSABLÄUFE OPTIMIEREN

"Während das Agrarbudget das bäuerliche Einkommen des Einzelnen sichert und Spielräume eröffnet, sind im Verwaltungsbereich des Ministeriums, der Verbände und Kammern aufgrund des knappen budgetären Ansatzes strukturelle Anpassungen erforderlich", schloss der Präsident des Österreichischen Bauernbundes.
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