Knafl: Pensionssicherungsreform jetzt notwendig!

Flemming: Kein Eingriff in bestehende Pensionen

Wien (OTS) - "Der Österreichische Seniorenbund bekennt sich nachhaltig zu einer raschen Pensionssicherungsreform", erklärt Stefan Knafl, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, anlässlich einer Informationsveranstaltung vor mehr als 200 Senioren in Wien. "Dafür sind vor allem zwei Gründe ausschlaggebend", so Knafl weiter:
"Erstens gab es eine gewaltige Veränderung in der demografischen Entwicklung in letzten 30 Jahren. So stieg die Lebenserwartung um 9 Jahre, die Ausbildungszeit verlängerte sich um 6 Jahre, die Arbeitszeit verringerte sich dagegen um 8 Jahre und die Pensionsbezugsdauer stieg um 11 Jahre auf nun durchschnittlich 20 Jahre. Zweitens wird durch das bestehende System der Nettopensionsanpassung die Kaufkraft der Pensionistinnen und Pensionisten jährlich um 1,5 % geringer. Dieser sogenannte "Struktureffekt" ergibt sich daraus, dass die - im Verhältnis zu den bestehenden Pensionen - deutlich höheren Neupensionen bei der Pensionsanpassung miteingerechnet werden". "Hier wird es zu einer Änderung kommen" ist Knafl überzeugt und verweist auf ein entsprechendes Bekenntnis im Regierungsprogramm.

"Ich lehne den Gusenbauer-Vorschlag auf Eingriff in bestehende Pensionen -mit Ausnahme der Politikerpensionen - ab, so Knafl und ich danke Bundeskanzler Schüssel und der Bundesregierung für die klaren Worte."

Pensionisten haben natürlich ihren solidarischen Beitrag zur Sicherung des Pensionssystems zu leisten und sie haben dies in den letzten Jahren auch in großem Umfang bereits getan. Knafl wies darauf hin, dass die ASVG-Pensionisten und Beamten im Ruhestand in den Jahren 2001, 2002 und 2003 Mehrleistungen in Höhe von mehr als 1 Milliarde Euro erbracht hätten. Der überwiegende Teil dieser Solidarbeiträge sei von Beziehern höherer Pensionen geleistet worden. In Summe seien diese bereits geleisteten Beiträge zur Sicherung der Pensionen wesentlich höher, als die im SPÖ-Modell vorgeschlagenen Abgaben.

Europaweite Diskussion

Dr. Marilies Flemming, Abgeordnete im Europäischen Parlament, wies darauf hin, dass aktuell europaweit der "Bericht der Europäischen Kommission zur nachhaltigen Sicherung der Pensionen" diskutiert wird. "Erst unsere Generation ist es gelungen, eine Pensionssicherung für alte Menschen zu schaffen und diese wollen wir uns für unsere Kinder auch erhalten", so Flemming. Allerdings muss auch die jüngere Generation bereit sein, mehr Kinder zu bekommen, um das umlagefinanzierte Pensionssystem zu sichern.

Kein Eingriff in bestehende Pensionen

Flemming: "Ich begrüße die Klarstellung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, dass in bestehende Pensionen nicht eingegriffen wird. Es gibt nur eine kleine Ausnahme: Bei Politikerpensionen ist ein Eingriff notwendig".

"Das Europäische Parlament hat Österreich etwas getadelt, aber viel gelobt", so Flemming weiter. Das österreichische Pensionssystem besteht aus einer sehr starken 1. Säule, die 14,5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht. Damit liegt Österreich an der Spitze, der EU-Durchschnitt ist 10,4 %. Positiv wurde auch die hohe Beschäftigungsquote der Frauen in Österreich hervorgehoben. Kritisiert wurde allerdings die geringe Beschäftigungsquote für ältere Arbeitnehmer. So arbeitet in der Altersgruppe der 55-64jährigen in Schweden 66,8 %, in Österreich nur 28 %, bei den 60-64jährigen in Schweden 50 % und in Österreich bloß 14 %.

"Artikel 13 des Amsterdamer Vertrages enthält ein Diskriminierungsverbot auf Grund des Alters. Dennoch gibt es in Österreich noch gesetzliche Bestimmungen, nach denen Arbeitnehmer bei Erreichen eines bestimmten Alters in Pension gehen müssen. Dies ist eine eindeutige Diskriminierung", so Flemming.

Korosec: Gesund älter werden

LAbg. Ingrid Korosec stellte fest, dass sich im Zuge der gewaltigen demografischen Veränderungen eine neue, starke Generation bildet, die immer mehr im Zentrum des gesellschaftlichen Lebens stehen wird. Korosec: "Unser Ziel muss es sein, gesund älter zu werden und zitierte dabei Arthur Schopenhauer: "Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts". Dazu muss aber auch jeder etwas beitragen, wobei vor allem jede sportliche Betätigung besonders wichtig ist. In Österreich machen statistisch nur 10 % der Bevölkerung Bewegung, zwei Drittel machen gar nichts. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Übergewichtigen seit 1991 von 8,5 % auf 13 %. Damit sind 1 Million Österreicher fettleibig. Studien haben ergeben, dass für das gesundheitliche Wohlergehen der persönliche Lebensstil zu 62 %, die Vererbung aber nur zu 28 % ausschlaggebend sind.

"Daher startet der Österreichische Seniorenbund eine breite Informationskampagne in ganz Österreich, wobei als Partner der ORF, das Gesundheitsministerium aber auch der Österreichische Seniorenrat - die gesetzliche Interessensvertretung der österreichischen Senioren - fungieren wird", erklärte Korosec abschließend.

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