Kossina/Faymann: Klimaschutz im Wohnbau wirkt wie 6 Mi. Bäume

Kyoto-Vorgaben werden von Wien erfüllt

Wien (OTS) - Bereits im Jahr 1999 hat der Wiener Gemeinderat ein vorbildliches Klimaschutzprogramm "KliP" beschlossen. Ziel ist die Verringerung der jährlichen CO2-Emissionen um 13 Prozent sowie um 1,2 Millionen Tonnen anderer Treibhausgase bis zum Jahr 2010.

Bei den insgesamt 36 Maßnahmenprogrammen des KliP spielt der Wohnbereich eine entscheidende Rolle. Schließlich waren die Wiener Haushalte 1995 noch für die Emission von rund 2,6 Millionen Tonnen CO2 - das entspricht 29 Prozent der Gesamtemission - verantwortlich.

Bereits in den vergangenen Jahren gab es eine Trendumkehr:
Verschiedene Instrumente der Wohnbauförderung, die zu einer deutlichen Verringerung des CO2- Ausstoßes führten, wurden in Kraft gesetzt. Die Maßnahmen reichen von der Wohnhaussanierung inklusive thermisch-energetischen Wohnhaussanierung "Thewosan" bis zum verpflichtenden Niedrigenergiehausstandard im Neubausektor. Wären die seit 1993 neuerrichteten geförderten Wohnbauten mit 60.600 Wohnungen nach den Mindeststandards der Wiener Bauordnung von 1990 errichtet worden, so wäre der jährliche CO2-Ausstoß um 24.000 Tonnen höher. Die Sanierung von Wohnhäusern mit etwa 105.000 Wohnungen seit 1990 entlastet das Klima um jährlich 163.000 Tonnen CO2. Ungefähr ein Drittel dieser Reduktion (55.000 Tonnen CO2) entfallen auf die thermisch-energetisch sanierten Wohnhäuser (Thewosan) mit rund 34.000 Wohnungen. Darüber hinaus wurde auf den Einsatz bestimmter Baustoffe (z.B. Schallschutzfenster, Dämmplatten und Montageschäume), die klimaschädigende Stoffe enthalten wie FCKW, H-FCKW, H-FKW, FKW und SF6 verzichtet.

"All diese Klimaschutzmaßnahmen der letzten zehn Jahre im Wiener Wohnbau entsprechen der Einsparung von 187.000 Tonnen CO² pro Jahr. Das ist dieselbe Schadstoffmenge, die jährlich durch den permanenten Verzicht auf 91.000 Mittelklasse PKWs eingespart würde. Umgerechnet auf die CO2 - Aufnahmeleistung eines ausgewachsenen Baumes haben diese Einsparungen denselben Effekt wie ein zusätzlicher Wald mit etwa 6 Millionen Bäumen. Die Fläche eines derartigen Waldes entspricht mit 39.000 ha fast der Gesamtfläche Wiens", erklärten Umweltstadträtin Kossina und Wohnbaustadtrat Faymann.

Doch die Stadt Wien gibt sich mit den bereits erreichten Klimaschutzmaßnahmen nicht zufrieden. Erst kürzlich wurden drei neue Fördermaßnahmen beschlossen, die bis mindestens Ende 2004 laufen:
Förderaktion Fernwärme: Derzeit sind etwa 227.000 Wohnungen an das Fernwärmenetz angeschlossen. Weitere 94.000 Haushalte müssen bis 2010 angeschlossen werden, um das KliP zu erreichen. Daher wurde eine neue Förderung ins Leben gerufen. Der Austausch besonders umweltschädigender Kohleheizungen wird mit 33,3 Prozent gefördert, der Austausch von Ölheizungen mit 30 Prozent, der Austausch von Stromheizungen mit 27,5 Prozent und der Tausch von Gasheizungen mit 23,5 Prozent. Ansuchen können Hauseigentümer ebenso wie Mieter.

Besonders attraktiv ist diese Förderung für Wohnhäuser ohne zentrale Heizungen. Die hausseitigen Investitionen werden zu 100 Prozent gefördert - 50 Prozent der Wohnungen müssen jedoch an die Fernwärme angeschlossen werden. Die Stadt Wien rechnet mit etwa 12 Millionen Euro Zusatzförderungen.

Ökoförderung für Kleingarten-Wohnhäuser sowie Ein- und Zweifamilienhäuser

Wird ein Haus in Niedrigenergiebauweise errichtet gibt es -zusätzlich zur Wohnbauförderung - einen Zuschuss von 2.900 Euro. Bei einem Haus mit Wärmerückgewinnung durch mechanische Be- und Entlüftungsanlage werden 4.700 Euro bezahlt. Ein Passivhaus wird sogar mit 6.900 Euro gefördert, Wärmepumpen für die Warmwasseraufbereitung mit 1.100 Euro, kommt die Raumheizung dazu, so unterstützt das die Stadt mit 2.000 Euro. Dafür wendet die Stadt 1,2 Millionen Euro an Förderungsmaßnahmen auf.

Biomasseförderung: Auch Biomasse-Heizungsanlagen werden wegen ihrer Umweltfreundlichkeit gefördert. Die Höhe der Förderung ist abhängig vom Emissionsverhalten der Biomasse-Heizung und beträgt bei Heizungskosten von ATS 150.000,-- (11.000 Euro) zwischen ATS 32.000,-- (2.350 Euro) und ATS 49.000,-- (3.560 Euro), also zwischen 21 Prozent bis 32 Prozent der Investitionskosten.Die Stadt wendet für diese Förderung 1 Million Euro auf. Diese neuen Förderungen können sowohl bei der MA 50 als auch bei der MA25 beantragt werden. (Tel.:
4000 - 90 5 90; http://www.wien.gv.at/ma50/ bzw. http://www.wien.gv.at/ma25/). Informationen gibt es auch beim Werner Faymann Mieterhilfe-Telefon 4000-8000.

Studie bestätigt Schadstoffverringerung

Eine Studie der Energieverwertungsagentur, die von der Stadt Wien in Auftrag gegeben wurde, hat unter anderem ergeben, dass Fernwärme-Anschlüsse vorrangig zu behandeln sind. In jenen Fällen, wo ein Fernwärmeanschluss nicht möglich ist, sind auch Förderungen für Energiesysteme auf Basis der erneuerbaren Energieträger und für Erdgas-Brennwertgeräte sinnvoll.

Die Analyse der Auswirkungen der Umsetzung des Wiener Klimaschutzprogramms auf die klassischen Luftschadstoffe hat ergeben, dass während der Jahre 1995 - 2010 neben der Reduktion von CO2 um 20 Prozent auch eine Reduktion der folgenden Schadstoffe eintreten wird:
o Kohlenmonoxid: - 19 Prozent
o NMVOC: - 9 Prozent
o Stickoxide: - 15 Prozent
o Schwefeldioxid: - 66 Prozent
o Staub: - 29 Prozent

Es handelt sich hierbei um eine konservative Schätzung, daher ist zu erwarten, dass es bedingt durch Technologieverbesserungen bei den einzelnen Heizungssystemen zu stärkeren Reduktionen bei den einzelnen Schadstoffen kommen wird. (Schluss) gmp

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Gerd Millmann-Pichler
Tel.: 4000/81 869
mil@gws.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0022