AK: Geplante Erhöhung der Erdgasabgabe kostet Durchschnitts-Haushalt 43 Euro im Jahr mehr

Finanzminister plant, Erdgasabgabe um die Hälfte zu erhöhen -Einkommensschwache Haushalte würden übermäßig belastet - AK lehnt Verteuerung ab

Wien (AK) - Für die meisten Privathaushalte bringt derzeit ein Gasanbieterwechsel nur mickrige Ersparnisse, schon soll Gas demnächst viel teurer, statt noch billiger werden. Finanzminister Grasser plant, die Erdgasabgabe um die Hälfte zu erhöhen, kritisiert AK Energieexpertin Gunda Kirchner: Dadurch werden vor allem einkommensschwache Haushalte überdurchschnittlich belastet. Die AK hat berechnet: Für einen Einpersonen-Haushalt (800 Kubikmeter Jahresverbrauch) bedeutet das Mehrkosten von ca 22 Euro im Jahr. Ein Durchschnitts-Haushalt (1.600 Kubikmeter Jahresverbrauch) müsste um ca 43 Euro im Jahr mehr zahlen. Die AK lehnt die Erhöhung der Erdgasabgabe strikt ab.

Die Liberalisierung des Gassektors brachte bis jetzt kaum Vorteile. Und ab Sommer erhöht sogar Wiengas die Preise. Nun beabsichtigt der Finanzminister als Draufgabe die Heizkosten für die Haushalte zu verteuern: Er will die Erdgasabgabe und Mineralölsteuer für Heizöl erhöhen und die Energieabgabe auf Kohle einführen. Der Finanzminister plant im Zuge der Steuerreform, die Erdgasabgabe von 5,23 Cent pro Kubikmeter (samt Umsatzsteuer) um 2,688 Cent pro Kubikmeter (inkl Umsatzsteuer) zu erhöhen, das sind 51 Prozent. Die Haushalte würden durch die Erdgasabgabe mit insgesamt rund 48 Mio Euro belastet. Kirchner: Vor allem einkommensschwache Haushalte würde die geplante Erhöhung übermäßig stark treffen. Dem stehen derzeit nur geringe Ersparnisse für Kombikunden, also wenn Strom und Gas gewechselt werden, gegenüber, rechnet die AK vor:

+ Wien: Ein Single- oder Pensionisten-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 800 Kubikmeter spart sich derzeit 15 Euro im Jahr, wenn er zum günstigsten Anbieter wechselt. Einem Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 1.600 Kubikmeter bringt ein Wechsel 20 Euro im Jahr.

+ NÖ: Einem Einpersonen-Haushalt würden bei einem Wechsel zum günstigsten Anbieter 30 Euro pro Jahr unterm Strich übrig bleiben, einem Durchschnitts-Haushalt 64 Euro im Jahr.

+ Linz: Für einen kleinen Haushalt ist der regionale Anbieter nach wie vor der billigste, ein Durchschnitts-Haushalt spart sich lediglich 5 Euro im Jahr bei einem Wechsel.

+ In Salzburg und Graz lohnt sich ein Wechsel weder für Einpersonen-noch für Durchschnitts-Haushalte, die regionalen Anbieter sind die preiswertesten.

Die Versorgung mit öffentlichen Basisdiensten, wie zB Post oder Energie, muss leistbar, hochwertig und flächendeckend sein und unter fairen Verhältnissen erfolgen.

SERVICE: Der Gastarifrechner auf der AK Homepage unter www.akwien.at berechnet Ihnen das optimale Angebot. Außerdem gibt ein Folder der AK "Gas- und Stromlieferanten wechseln?" praktische Tipps zum Anbieterwechsel. Bestellen können Sie den Folder am AK Bestelltelefon unter 310 00 10 411 oder per e-mail:
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