FP-Trammer: Chaostage in der Donaustadt !

Stadtplanungschaos der SP-Regierung macht auch vor der Donaustadt nicht halt!

Wien, 2003-05-12 (fpd) - Im Zuge ihrer heutigen Pressekonferenz kritisierte LAbg. GR Heike Trammer die Planungspolitik der Wiener Stadtregierung und beleuchtete dabei speziell den Fall des 22. Wiener Gemeindebezirkes.
Anhand von 7 Schwerpunkten zeigte Trammer das unglaubliche Chaos der Wiener Stadtplanung in einem der größten Stadtentwicklungsgebiete Wiens auf.

Planungsfehler Nr.1 : Nordostumfahrung

Seit Jahrzehnten fordern die Wiener Freiheitlichen eine großräumige Nord-Ostumfahrung östlich von Groß-Enzersdorf. Jahrelang vertröstete die Stadtregierung die Wienerinnen und Wiener und erst die letzten zwei Sommer, welche die A 23 fast zum völligen Verkehrszusammenbruch führten, haben die Rathaussozialisten offenbar hellhörig werden lassen. Nunmehr soll die Umfahrung als Hochleistungsstraße zwischen Aspern und Eßling geführt werden - direkt zum Flugfeld Aspern, wo es bereits konkrete Überlegungen gibt, einen Gewerbepark, bzw. ein Industriegebiet anzusiedeln. Der Wiener Bodenbereitstellungsfond hat das Flugfeld Aspern bereits erworben - mit Hilfe der Wiener Rathaussozialisten soll das Flugfeld nach erfolgter Umfahrungsplanung gewinnbringend veräußert werden.

Die Rathausverantwortlichen haben einen gewaltigen Sinneswandel durchgemacht- anstelle einer Verkehrsentlastung eine Verkehrsbelastung für die Donaustadt!
Trammer stellte dabei die unbeantwortete Frage in den Raum, welche Gegengeschäfte da vielleicht schon im stillen Kämmerlein ausgehandelt werden?
Im STEP 1994, unter dem damals verantwortlichen STR Swoboda, war bereits eine dichte Verbauung des Flugfeldes vorgesehen - eine weitere "Karl-Marx-Stadt" mit Gewerbepark wird von den Wiener Freiheitlichen jedoch kategorisch abgelehnt.

Stattdessen sollen, nach den Vorstellungen der Wiener FPÖ, die vorhandenen wertvollen heißen Solequellen unter dem Areal Flugfeld Aspern genutzt und eine Thermensiedlung in die Tat umgesetzt werden. Ein Gewerbegebiet - wie hier geplant - ziehe den Verkehr erst richtig an. Die meisten Bewohner haben sich dort angesiedelt, weil sie Ruhe in einer Grünoase in Nationalparknähe gesucht haben. Dabei waren sie sich der schlechteren Verkehrsanbindung durchaus bewußt. Die Freiheitlichen fordern bereits seit 20 Jahren eine echte Umfahrungsstraße östlich von Großenzersdorf, so Trammer.

Planungsfehler Nr.2 : Die Verlängerung der B3 ( Hauptstraße B) über die DonaufelderStr./ Dückegasse/ Siebeckstr. zur Kreuzung Wagramerstr./ Donaustadtstraße

Vor wenigen Wochen wurden über 100 Mio. EUR für Grundstückskäufe zwecks B3- Verlängerung freigegeben. Die Folgen der geplanten Verlängerung für die Donaustadt sind jedoch schon jetzt absehbar. Täglich werden bis zu 12.000 Autos zusätzlich über den jetzt schon schwer überlasteten Kreuzungsbereich beim Donauzentrum geschleust!

Vom ehemaligen ÖVP-STR Görg wurden seinerzeit keinerlei befriedigende Lösungsvorschläge für die Donaustadt erarbeitet, Bezirksvorsteher und Planungsstadtrat schwammen im Chaosfahrwasser einfach mit. Die derzeit kostenlosen Parkplätze an der Siebeckstraße sollen ersatzlos gestrichen werden, obwohl es bereits jetzt bei der U1-Station Kagran einen eklatanten Parkplatzmangel gibt!

Völlig ahnungslos agieren die Stadtplaner in Bezug auf die drohende Lärmbelästigung der betroffenen Bürger. Lärmschutzwände werden von Experten schon heute als nutzlos abqualifiziert - die mehrstöckigen Wohnhausanlagen werden dieser zusätzlichen Belastung also völlig ungeschützt ausgesetzt sein. Die einzig sinnvolle Maßnahme, nämlich die Untertunnelung bzw. Tieflegung der Donaustadtstraße, wurden vom glücklos agierenden Planungsstadtrat kategorisch abgelehnt.

Planungsfehler Nr. 3: Kreuzungsplateau Breitenleerstraße / S2

Ein weiterer Schildbürgerstreich ist der Wiener Stadtregierung beim Kreuzungsplateau Breitenleerstraße/ S2 gelungen. Eine Busspur auf dieser stark befahrenen Straße zu errichten, auf der alle heiligen Zeiten einmal ein öffentliches Verkehrsmittel fährt, ist grob fahrlässig. Die Folgen sind tagtäglich zu bewundern: kilometerlange Staus in den Verkehrsspitzenzeiten zum Gewerbepark. Da Einkaufszentren und Gewerbeparks die für die Wirtschaft gewollte Eigenschaft haben, Verkehr anzuziehen, sollten auch seitens der Stadtplanung gezielte Maßnahmen gesetzt werden, um Rückstaus in die Wohngebiete ( Kagraner Platz/ Breitenlee) zu vermeiden. Auch hier zeigt sich die völlige Fehlorientierung von Schicker und seinen Genossen.

Zwtl.. Planungsfehler Nr.4: Rückbau Kagraner Platz

Durch den geplanten Rückbau des Kagraner Platzes zur Errichtung einer neuen Straßenbahnlinie nach Hirschstetten, werden die Autofahrer einer weiteren Verhöhnung von Schicker ausgesetzt.

Die beiden Zufahrtsmöglichkeiten zur S2 ( Kagraner Platz/ Hirschstettenerstr. und Wagramerstr./ Donaustadtstr. ) werden in absehbarer Zeit von stadtplanerischer Seite bewußt "verstaut" und Wien wahrscheinlich bald zur autofeindlichsten Stadt gekürt. Offenbar versuchen noch immer irgendwelche Träumer dem großen Vorbild Maos gerecht zu werden, und die PKW´s durch Fahrräder zu ersetzen.

Planungsfehler Nr. 5 : Verlegung der MA 48- Zentrale nach Stadlau

Über die Nutzung des Gebiets beim Genochmarkt wird nach wie vor spekuliert. Offenbar dürfte es jedoch ein großes Anliegen der sozialistischen Wiener Stadtregierung sein, diesen Markt zu schleifen und das Gelände anderwärtig zu verwenden.

Die Wiener Freiheitlichen haben bereits von Beginn der Diskussion über die weitere Nutzung des viel zu teuer angekauften Waagner-Biro Geländes die Forderung aufgestellt, einen Nutzungsmix aus Fachhochschule, Wohnhäusern, Kultureinrichtungen und Grünanlagen zu errichten und den Genochmarkt attraktiver z.B. als Wochenmarkt zu gestalten.

Nach Angaben von SPÖ- Gemeinderat Reindl droht dem Donaustädter Bezirksteil Stadlau rund um den Genochmarkt bereits der Verfall. Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung - daher ist der Kollege aufgefordert, seinen eigenen Planungsstadtrat davon zu überzeugen, dass die Freiheitlichen Forderungen bezüglich der Attraktivierung von Stadlau endlich in die Tat umgesetzt werden müssen!

Planungsfehler Nr. 6: Vernichtung von 100 Parkplätzen an der Arbeiterstrandbadstraße.

Am Rande des Donauparks ( Remise der Donauparkbahn) ist ein chinesisches Kulturzentrum geplant. Die daraus resultierende Vernichtung der Parkplätze ist für die Besucher des Donauparks und im Sommer für die zahlreichen Badegäste der Strandbäder eine Katastrophe und Provokation der Sonderklasse.

Durch diese Parkplatzvernichtungsaktion, wird im übrigen auch der politische Konsens, dass nämlich P&R gewünscht wird, aufs gröbste

verletzt. Der Parkplatz wird wochentags gerne als P&R- Möglichkeit verwendet, da die U1-Station nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Der entsprechende Flächenwidmungsplan wurde gegen die Stimmen der Freiheitlichen im GR beschlossen.

Planungsfehler Nr. 7: Industriestraße

Die Industriestraße wird mit der U2-Station Seestern zur absoluten Durchzugsstraße mutieren.
Derzeit gibt es weder Fußwege noch Radfahrstreifen für die angrenzenden Kleingartensiedlungen. Und für so manchen Schüler wird der Schulweg auf der Industriestraße zu einem gefährlichen Unternehmen, da sie auf der Fahrbahn zu den Busstationen gehen müssen! Unterschriftenaktionen für die Schaffung von Gehsteigen, Schrägparkplätzen und Radfahrstreifen wurden bereits von den betroffenen Anrainern initiiert.

Die Schaffung von P&R-Plätzen bei der U2-Station Seestern sowie ein Shuttlebus für die Mitarbeiter der Fa. Baxter und des Kabelwerkes würden die Industriestraße in Zukunft wesentlich entlasten.

Das Resümee dieser " Sieben auf einen Streich- Fehlplanungen":

Als Resümee der heute aufgezeigten Fehlplanungen kann genannt werden: massive Erschwernisse für den MIV durch Rückbauten von Hauptstraßen, Vernichtung von notwendigen Parkplätzen und eine um 20 Jahre zu spät erfolgte Gesamtplanung für die Donaustadt.

Diese seit Jahren praktizierte "Patchworkplanung" ruiniert den ehemals so lebenswerten "Gartenbezirk Donaustadt" und ist ein weiteres Beispiel für die Unfähigkeit verantwortlicher Stadtplaner, intelligente Stadterweiterung unter Einbeziehung der Bedürfnisse der Bewohner zu betreiben.

Das bekannte Zitat "Denn sie wissen nicht, was sie tun" kann für die sozialistische Stadtplanung keine Beurteilung finden, die Verantwortlichen tun leider derzeit nicht, was sie eigentlich wissen sollten. Vor dem Hintergrund der aufgezählten Fehler, muß leider das bestürzende Resümee gezogen werden, dass die Wiener

Rathaussozialisten eben dazu da sind, Fehler zu machen, und nicht, um aus ihnen zu lernen, so Trammer abschließend. (Schluss) jen

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