Wiener Teiche haben hervorragende Wasserqualität

52 Gewässer wurden unter die Lupe genommen

Wien (OTS) - Wien zählt im europaweiten Vergleich zu jenen Städten, die einen sehr hohen Anteil an Gewässern hat. Ziemlich einzigartig ist, dass diese Gewässer erst in jüngerer Zeit entstanden sind: von den Relikten der Donauregulierung - etwa der Alten Donau -, über die Ziegel- und Schotterteiche als Ergebnisse der industriellen Rohstoffgewinnung bis zur Neuen Donau.

Ziel des Berichtes, den Umweltstadträtin DI Isabella Kossina am Montag in einem Mediengespräch vorstellte, ist eine Bestandsaufnahme des Gütezustandes von 52 stehenden Gewässer Wiens, wobei sowohl die Gewässerkunde als auch die mikrobiologisch-hygienische Beschaffenheit der Gewässer zu erfassen war.

Gewässer mit intensiver Badenutzung wurden im Untersuchungszeitraum 1993 bis 2001 wesentlich häufiger von der Magistratsabteilung 45-Wasserbau untersucht als z.B. kleine Parkteiche, die lediglich eine landschaftsgestaltende Funktion aufweisen.

Ergebnisse der Untersuchung

"Aus hygienischer Sicht kann festgestellt werden, dass alle untersuchten Gewässer eine sehr gute Qualität aufweisen", erklärt Kossina. "Diese Gewässer sind ein Juwel in unserer Stadt, denn sie beeinflussen das Kleinklima und bieten Tieren einen natürlichen Lebensraum."

Betrachtet man die Ergebnisse für die Fäkalindikatoren E. coli und Enterokokken, so lagen diese beim Großteil der Proben deutlich unter den Grenz- bzw. Richtwerten der 'Richtlinie des Rates über die Qualität der Badegewässer'. Einzelne erhöhte Werte sind durch intensive Nutzungen (z.B. Fütterung von Fischen und Wasservögeln oder Baden) erklärbar.

Aus Sicht der Gewässerkunde war die Wasserqualität sehr zufriedenstellend: Die Untersuchungsergebnisse von Gesamtphosphor-und Chlorophyllgehalt zeigt deutlich, dass der Großteil der Gewässer relativ nährstoffarm ist - das bedeutet für die vorliegenden Gewässertypen einen natürlichen und durchaus zufriedenstellenden Zustand.

Teiche sind künstlich angelegte mehr oder weniger naturnah gestaltete Gewässer unterschiedlicher Größe. Oftmals dienen sie als Fisch- oder Badegewässer aber in vielen Fällen sind sie wichtige landschaftliche Gestaltungselemente und dienen als ökologische Ausgleichsflächen für verloren gegangene Feuchtlebensräume. Sie stellen Rückzugsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten dar, die zum Großteil schon sehr selten geworden oder gar vom Aussterben bedroht sind. Alle unsere heimischen Amphibienarten wie Frösche, Molche, Unken und Kröten gehören dazu, aber auch Libellen, deren Larven im Wasser leben und andere Insektenarten, wie Schwimmkäfer, Eintagsfliegen und Wasserwanzen. Es ist wenig bekannt, dass auch zwei unserer ungiftigen und völlig harmlosen Schlangenarten bevorzugt am Wasser leben und ausgezeichnet schwimmen, tauchen und Amphibien und Fische jagen.

Die häufigere ist die Ringelnatter, leicht erkennbar an ihren gelben Wangen und die seltene Würfelnatter, die sich nie weit vom Gewässer entfernt.

Ein ökologisch intakter Teich ist eine wahre Augenweide. An seinen Ufern blühen die unterschiedlichsten Sumpfpflanzen wie Blutweiderich, Froschlöffel, Schwanenblume, Sumpfschwertlilie und Igelkolben. Röhrichte aus Schilf oder Rohkolben bilden Dickichte die von schilfbrütenden Singvögeln wie Rohrammer und Teichrohrsänger bewohnt werden. Teichhühner und Enten finden Verstecke zum Brüten und zur Aufzucht ihrer Jungen. Die berühmten "submersen Makrophyten", im Volksmund als Schlingpflanzen bekannt, halten die Teiche sauber, sind die wichtigste Nährstoffkonkurrenz zu den unbeliebten Algen und bilden Unterwasserwälder in denen Fischschwärme leben.

Teiche sind wertvolle Erlebnis- und Erholungsräume für die Bevölkerung, Sie sind eine Welt für sich, ein Mikrokosmos bevölkert von Monstern und Schönheiten. Nicht umsonst bringen immer mehr Menschen diese kleinen Wasserwelten in ihre Gärten.

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