Hapag-Lloyd AG trotzt Konjunkturflaute / Drittbestes Ergebnis in der Unternehmensgeschichte

Hamburg (OTS) - Trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfeldes erreichte der Hapag-Lloyd Konzern 2002 ein hervorragendes Ergebnis. Mit weiteren Investitionen stellt sich der Konzern auf das zu erwartende Wachstum ein. Der Umsatz des auf Transport und Logistik fokussierten Hapag-Lloyd Konzerns ging gegenüber 2001 geringfügig von 3,9 auf 3,8 Mrd. Euro zurück, das operative Ergebnis belief sich auf 202 (Vorj.: 299) Mio. Euro. "Angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist dies ein sehr akzeptables Resultat. Es stellt immerhin das drittbeste Ergebnis in der 155-jährigen Unternehmensgeschichte dar", kommentierte Michael Behrendt, Vorsitzender des Vorstands der Hapag-Lloyd AG, die Zahlen bei der Vorlage der Bilanz für das Jahr 2002. Bezogen auf das operative Ergebnis habe die Eigenkapitalrendite vor Steuern beachtliche 15 % betragen, fügte er an.

Den größten Anteil an diesem Erfolg hatte das Segment "Schifffahrt", in dem die Hapag-Lloyd Container Linie und Hapag-Lloyd Kreuzfahrten zusammengefasst sind. Bei einem Umsatz von 2,2 Mrd. Euro erzielte der Bereich ein operatives Ergebnis von 103,6 (Vorj.: 184,7) Mio. Euro.

Die Hapag-Lloyd Container Linie legte mengenmäßig erneut zweistellig zu. Mit einem Aufkommen von 1,9 Mio. TEU (twenty foot equivalent unit = 20-Fuß-Standardcontainer) wurde das gute Vorjahresresultat (1,7 Mio. TEU) nochmals um 12 % übertroffen. Der eklatante Preisverfall - gegenüber 2001 gaben die Raten nochmals um 15 bis 20 % nach - spiegelte sich jedoch im Umsatz wider. Trotz der Mengensteigerung blieb der Umsatz mit 2,1 (Vorjahr: 2,2) Mrd. Euro knapp unter Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis betrug 98,2 (2001: 186,4) Mio. Euro.

Der Grund für das im Branchenvergleich sehr gute Abschneiden liegt vor allem in der kontinuierlich gesteigerten Produktivität. "1996 transportierten wir rund 900.000 TEU, die unsere 3.300 Mitarbeiter abwickelten. Heute schlagen wir mehr als doppelt so viele Container mit der gleichen Personenzahl um", verdeutlichte Günther Casjens, Vorstand der Hapag-Lloyd AG, die Entwicklung. Das wichtigste Fahrtgebiet für Hapag-Lloyd war die Europa-Fernostfahrt mit einem Aufkommen von 750.000 TEU. An zweiter Stelle rangierte der Nordatlantik mit 500.000 TEU, gefolgt vom Transpazifik mit 470.000 TEU. Im Verkehr zwischen Europa und Lateinamerika beförderte Hapag-Lloyd 132.000 TEU.

Für 2003 prognostiziert das Unternehmen ein Mengenaufkommen von etwa 2,1 Mio. TEU. Wenn die bisher erkennbaren Ratenerholungen anhalten und der Dollar nicht weiter rapide an Wert verliert, sollen sich sowohl Umsatz als auch Ertrag verbessern.

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten konzentrierte sich unverändert auf das Premium-Segment mit relativ stabilen Raten. So blieb der Umsatz mit 151,4 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau, obwohl die Zahl der Passagiere geringfügig zurückging. Dennoch gelang es, mit 5,4 Mio. Euro ein positives Betriebsergebnis zu erreichen. Für das laufende Jahr geht Hapag-Lloyd Kreuzfahrten von einem geringeren Umsatz und Ertrag aus. Zwar ziehen die Buchungen seit Ende des Irak-Kriegs wieder an, ob dies bereits eine Trendwende darstellt, ist derzeit nicht einzuschätzen.

Das Segment "Logistik" umfasst VTG-Lehnkering, die Spedition Pracht und die französische Beteiligung Algeco. Dieser Bereich konnte den Umsatz um 3 % ausweiten, der Druck auf die Margen führte jedoch zu einem operativen Ergebnis, das geringfügig unter dem des Vorjahres blieb: Es ging von 94,6 auf 82,3 Mio. Euro zurück.

VTG-Lehnkering steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr zwar von 932 auf 971 Mio. Euro, das operative Ergebnis blieb jedoch mit 20,8 Mio. Euro unter dem des Vorjahres (29,9 Mio. Euro). Den größten Beitrag leistete erneut die Schienen- und Tankcontainerlogistik, die einen Umsatz von 413 Mio. Euro generierte. Allerdings war auch dieser Bereich von der schwierigen konjunkturellen Lage beeinflusst. Hinzu kamen planmäßig höhere Instandhaltungskosten sowie Akquisitions- und Integrationskosten im Zusammenhang mit der Übernahme der Bewirtschaftung der Brambles European Rail Division (ERD). Durch die Übernahme der ERD-Aktivitäten avancierte VTG-Lehnkering zum führenden Anbieter integrierter Schienenlogistik in Europa.

Aufgrund dieser Fokussierung entschloss sich Hapag-Lloyd zu einer Neuausrichtung. Derzeit werden die Möglichkeiten eines Verkaufs der im Bereich Bulk- und Speziallogistik gebündelten Aktivitäten untersucht. Der Hintergrund: Durch die zukünftige Konzentration des Hapag-Lloyd Konzerns auf Schifffahrt, Mobilbauten, Spedition und schließlich die Schienenlogistik ist davon auszugehen, dass mittel-bis langfristig die zur Verfügung stehenden Finanzmittel in die Kernbereiche fließen werden, so dass sich Randaktivitäten nicht oder nicht ausreichend entwickeln können.

Die Spedition Pracht in Haiger bei Frankfurt steigerte trotz der negativen Vorzeichen in der Branche und der allgemein schwachen Konjunkturentwicklung den Umsatz um 13 % auf 190 Mio. Euro. Auch das operative Ergebnis fiel mit 3,1 (Vorj.: 2,7) Mio. Euro besser aus. Für 2003 erwartet Pracht bei einer geringen Umsatzsteigerung eine Stabilisierung des operativen Ergebnisses.

Kerngeschäft der am zweiten Markt der Pariser Börse notierten Algeco-Gruppe, an der Hapag-Lloyd einen Anteil von rund 67 Prozent hält, ist die Vermietung und der Verkauf von Mobil- und Modularbauten. Bei einem Umsatz von 395 Mio. Euro erzielte das Unternehmen ein operatives Ergebnis von 58,4 Mio. Euro. Zwar blieben Umsatz (401 Mio. Euro) und Ertrag (62,0 Mio. Euro) geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres, doch angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes bedeutet eine Umsatzrendite von mehr als 10 % einen außergewöhnlich guten Wert. Für 2003 strebt Algeco bei Umsatz und Ertrag in etwa das Niveau des Vorjahres an. Mit einem Volumen von 353 Mio. Euro investierte Hapag-Lloyd wieder einen sehr hohen Betrag in den Ausbau des Konzerns. Davon entfielen 79 Mio. Euro auf die Schifffahrt und 274 Mio. Euro auf die Logistik. Darin enthalten sind auch der Kauf von Aktien der VTG-Lehnkering im Zuge eines Squeeze-out und der Erwerb von Assets im Rahmen der Brambles-ERD-Übernahme, die zusammen 128 Mio. Euro betragen haben. "Die regelmäßigen Betriebsmittelinvestitionen", betonte Joachim Eilert, Vorstand der Hapag-Lloyd AG, "haben wir komplett aus dem operativen Cash-Flow in Höhe von 310 Mio. Euro finanziert".

Abschließend appellierte Michael Behrendt an Wirtschaft und Politik, den Eindruck von der deutschen Ratlosigkeit zu überwinden. "Notwendig ist eine Aufbruchstimmung in diesem Land. Wir als Hapag-Lloyd wollen unseren Beitrag dazu leisten", machte er deutlich. Dies dokumentiere das mittelfristige Investitionsprogramm. "Wir sehen uns gut gerüstet für die Zukunft und sind zuversichtlich, auch auf neue Herausforderungen flexibel zu reagieren", betonte Behrendt.

Diese Pressemitteilung kann unter http://www.hapag-lloyd.de heruntergeladen werden. Hier stehen auch aktuelle Fotos zum Download zur Verfügung.

ots Originaltext: Hapag-Lloyd AG

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