Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank: 12.5. bis 16.5.2003

Wien (OTS) - Die Wirtschaftsdaten fielen auch in der vergangenen Woche gemischt aus und deuteten weiterhin nicht auf eine Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes. Besser als erwartet fiel in den USA kürzlich der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor aus, der von 47,9 Punkten im März auf 50,7 Punkte im April stieg. Erwartet wurde ein Anstieg auf 49,0. Ein Stand über 50 Zählern deutet auf eine expandierende Geschäftstätigkeit im US-Dienstleistungssektor. Deutlicher als erwartet sanken die Auftragseingänge in der deutschen Industrie, die im März gegenüber dem Vormonat um 3,9 Prozent zurückgingen. Erwartet wurde ein Rückgang um 0,8% M/M. Auch vom ZEW Geschäftsklimaindex, der in dieser Woche veröffentlicht wird, erwarten wir keine positiven Überraschungen.

Trotz der rückläufigen Inflationsrate und des starken Euro hat die Europäische Zentralbank ihren Hauptrefinanzierungssatz am 8. Mai unverändert gelassen. Die EZB hat die Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie nun abgeschlossen und sie weniger verändert als vielmehr in einzelnen Punkten etwas konkretisiert. War die Preisstabilität bisher als Inflationsrate unter 2% definiert worden, so hat sich die EZB nun einer Inflationsrate nahe 2% verpflichtet. Um den langfristigen Charakter der Geldmengesteuerung zu unterstreichen, hat die EZB die jährliche Überprüfung des Referenzwertes für die M3-Entwicklung eingestellt. Der Referenzwert bleibt bis auf weiteres bei 4,5%. Während sich die Geldmarktzinsen durch diesen Zinsentscheid nur wenig verändert haben, sind die Kapitalmarktrenditen in der vergangenen Woche deutlich eingebrochen. Für diese Woche erwarten wir bei unveränderten Geldmarktzinsen eine leichte Rücknahme der jüngsten Übertreibung nach unten bei den Kapitalmarktrenditen.

Der Euro reagierte auf die Zinsentscheidung der EZB mit deutlichen Wertgewinnen gegenüber dem US-Dollar und stieg in der letzten Woche zwischenzeitlich sogar bis auf 1,1535 und näherte sich damit seinem Einstandskurs vom 4. Januar 1999, als er in Sydney erstmals mit 1,1747 zum US-Dollar gehandelt wurde. Der Euro sollte auch in der nächsten Woche von der negativen Dollar-Grundstimmung profitieren und zur Stärke neigen.

Obwohl die meisten Unternehmensdaten auch in der vergangenen Woche mehrheitlich gut ausfielen, verzeichneten die Aktienmärkte leichte Kursverluste. Auf Sicht von einer Woche erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung wobei weiterhin Gefahr von zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen nach den deutlichen Kurssteigerungen seit Mitte März besteht.

In unserer aktuellen Analyse der Telekom Austria haben wir unsere Neutral-Einstufung beibehalten. Fundamental erscheint der Kurs der Telekom Austria Aktie derzeit überbewertet. Trotz der gescheiterten Übernahme durch Swisscom besteht jedoch weiterhin Übernahmefantasie, was den Aktienkurs nach unten absichern sollte. Als weitere kursbelebende Faktoren erachten wir die weiteren Expansionsbestrebungen der TA in den zentral- und osteuropäischen Raum und die staatlich geförderte private Altersvorsorge. Eine gewisse Gefahr für den Kurs der Aktie besteht nach dem Ende der lock-up Periode seit dem 7. Mai darin, dass größere Aktienpakete der ÖIAG bzw. Telecom Italia über die Börse verkauft werden könnten. Das geplante Aktienrückkaufsprogramm würde sich nur positiv auf den Kurs der Aktie auswirken, wenn nicht gleichzeitig größere Aktienbestände der ÖIAG oder TI über die Börse verkauft würden. Durch die finanzielle Belastung für die TA aus einem etwaigen Aktienrückkaufsprogramm besteht auch die Gefahr, dass darunter zumindest kurzfristig die weiteren Expansionsbestrebungen ins Ausland leiden. Wegen dieser Einflüsse, die den Kurs der Telekom Austria Aktie in den nächsten Monaten weder in die eine noch in die andere Richtung treiben sollten haben wir unsere Einstufung beibehalten. Die ausführliche Analyse finden Sie unter http://www.vbib.at (ab 9.5. 18 Uhr).

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