AK Wien Vollversammlung: Wiener Auffangnetz zur Jugendausbildung aufstocken! (6)

Regierung plant nichts gegen Jugendarbeitslosigkeit, will Ausbildung und Berufsschancen verschlechtern

Wien (AK) - Die Regierung muss das Auffangnetz zur
Jugendausbildung in Wien auf 2.000 Plätze aufstocken, fodert die Vollversammlung der AK Wien. Über 1.700 Lehrstellen Suchende in Wien zeigen, dass es im Auffangnetz zu wenige Plätze gibt, kritisiert die Vollversammlung in einem Antrag zur Jugendausbildung. Sie verlangt weiters wieder Ausbildungen im Auffangnetz, die bis zum Lehrabschluss führen. Im Regierungsprogramm finde sich schlicht und einfach nichts, wie die Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden soll. Im Gegenteil:
Die Vollversammlung befürchtet schlechtere Ausbildung und damit weniger Chancen der Jugendlichen auf gute Berufsausbildung, wenn die Regierung ihre Pläne zur "Modularisierung" der Ausbildung laut Regierungsprogramm umsetzt.

"Keine Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und zur Schaffung von Lehrplätzen": So lautet, knapp gefasst, die Hauptkritik der AK Wien-Vollversammlung am Regierungsprogramm in puncto Jugendausbildung. Sie fordert sofort zusätzlich 750 Plätze im Wiener Auffangnetz zur Jugendausbildung (derzeit gibt es in Wien 1.250 Plätze in einjährigen Lehrgängen). Es müssen besondere selbstständige Ausbildungseinrichtungen bewilligt werden, in denen Jugendliche in zukunftsorientierten Berufen wie EDV-Technik oder Medientechnik eine Ausbildung bis zum Lehrabschluss machen können. Unternehmen, die keine Lehrlinge ausbilden, sollen diese Ausbildungseinrichtungen mitfinanzieren. Für die Förderung von Lehrverhältnissen in zukunftsorientierten Lehrberufen muss es Kriterien geben. Die unlängst beschlossene Lehrausbildungsprämie soll nicht mit der Gießkanne über den Unternehmen ausgeschüttet werden, sondern zum Beispiel nur unter der Bedingung eines positiven Lehrabschlusses vergeben werden.

Laut Regierungsprogramm plant die Koalition, Lehrberufsinhalte in einzelne Teile zu zergliedern. Das sei positiv, wenn es zu mehr Gruppenlehrberufen kommt, so die Vollversammlung. Allerdings lehnt sie eine "aufsteigende Modularisierung" der Lehrinhalte ab, bei der durch Teilung der Lehrzeit in Stufen Module hintereinander gereiht werden können. Dadurch könnten die Unternehmen während der Lehrzeit entscheiden, ob Lehrlinge ihre Ausbildung fortsetzen können. Halb ausgebildete Lehrlinge hätten aber schlechtere Chancen im Beruf, warnt die Vollversammlung. Sie verlangt außerdem, dass die geplante "Flexibilisierung" der Berufsschulzeiten nicht zu einer Verkürzung der Berufsschulzeit führt - und warnt davor, dass durch Anrechnung der polytechnischen Schule auf die Berufsschule die Schulpflicht im ersten Lehrjahr in Frage gestellt wird.

In einem konkreten Bereich, bei den zahnärztlichen AssistentInnen, verlangt die Vollversammlung: Statt im Kollektivvertrag sollen die Lehrinhalte im Berufsausbildungsgesetz geregelt werden. Dadurch gäbe es auch Ausbildung in der Berufsschule, Anspruch auf Lehrlingsgfreifahrt und Fahrtenbeihilfe - und nach einer 3-monatigen Probezeit müssten die Lehrlinge nicht mehr zu fürchten, dass ihr Lehrverhältnis vorzeitig aufgelöst wird.

(Forts.)

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