AK Wien Vollversammlung: Pensionsreform erhöht die Armut von Frauen (3)

Wien (AK) - Frauen sind von der Pensionsreform besonders stark betroffen. Sie verfügen nicht nur über ein niedrigeres Einkommen im Alter, sondern sind auch von bestimmten Kürzungsmaßnahmen der Reform besonders betroffen. Die schrittweise Ausweitung des Durchrechnungszeitraumes trifft Frauen besonders stark. Frauen, die wegen der Kinderbetreuung teilzeitbeschäftigt sind, werden benachteiligt. Die Vollversammlung der AK Wien fordert ein sozial gerechtes und für alle einheitliches Pensionssystem, das nicht zu einer Erhöhung der Altersarmut führt, sondern die eingenständige Alterssicherung von Frauen zum Ziel hat.

Bereits jetzt ist die Versorgung von Frauen im Alter sehr niedrig. Mit einer durchschnittlichen Alterspension von Frauen von 647 Euro bei den Neuzugängen ist die Pensionshöhe um 63 Prozent niedriger als jene von Männern. Vor diesem Hintergrund bedeutet die Kürzung der Pensionshöhe eine massive Belastung für Bezieherinnen niedriger Pensionen. Die schrittweise Ausweitung des Durchrechnungszeitraumes von 15 auf 40 Jahre rifft Frauen besonders hart. Je mehr Beitragsjahre für die Bemessung der Pensionshöhe einbezogen werden, umso häufiger werden auch Teilzeitjahre mit niedrigem Einkommen in die Berechnungsgrundlage für die Pension eingerechnet. Während nur knapp 4 Prozent der Männer teilzeitbeschäftigt sind, arbeiten bereits mehr als ein Drittel aller Frauen in Teilzeit. Auch wenn je Kind um bis zu 3 Jahre von der Durchrechnung ausgenommen werden, hat die Ausweitung der Durchrechnung in vielen Fällen eine Verschlechterung der Bemessungsgrundlage zur Folge.

Darüber hinaus sind Frauen von den niedrigen Aufwertungsfaktoren für weiter zurückliegende Beitragszeiten besonders betroffen. Aufgrund des unterschiedlichen Berufs- und Einkommensverlaufs zwischen den Geschlechtern wirkt sich die Unterbewertung der Aufwertungsfaktoren für Frauen nachteiliger aus. Auch von der Abschaffung der vorzeitigen Alterspension wegen Arbeitslosigkeit sind zum Großteil Frauen betroffen.

Die Vollversammlung der AK Wien fordert ein sozial gerechtes Pensionssystem, das eine eigenständige Alterssicherung von Frauen zum Ziel hat. Dafür sind folgende Maßnahmen nötig:
+ bei einer Ausweitung der Durchrechnungszeiträume müssen weiter zurückliegende Versicherungszeiten besser als heute aufgewertet werden
+ für Zeiten der Teilzeit aufgrund von Betreuungspflichten ist ein voller Lohnausgleich sicherzustellen
+ Die Bemessungsgrundlage für Zeiten der Kinderbetreuung muss deutlich angehoben werden.
+ die Diskriminierung bei der Notstandshilfe ist zu beseitigen; insbesonders muss der Verlust bei Ersatzzeiten ausgeglichen werden. + im Alter soll eine verbesserte und bundesweit einheitliche bedarfsorientierte Mindestsicherung eingeführt werden

+ Frauen müssen am Arbeitsmarkt die gleichen Chancen haben, Wiedereinstieg und Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss unterstützt werden.

(Forts.)

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