Bosch fordert Agrarreform zugunsten der kleinstrukturierten Landwirtschaft

SPÖ-EU-Abgeordneter für neues Förderungsmodell und Maßnahmen gegen Lebendtiertransporte

Wien (SK) "Mit viel Geld, nämlich 44,7 Mrd. Euro allein im heurigen Jahr, finanziert die EU das Bauernsterben. Eine Reform der Agrarförderung ist dringend notwendig, der Ansatz von EU-Kommissar Fischler durchaus überlegenswert", forderte SPÖ-EU-Abgeordneter Herbert Bösch am Freitag anlässlich des heutigen Europatags der EU. ****

Der SPÖ-Europaparlamentarier kann dem Vorschlag Fischlers, die EU-Agrarförderungen von Betriebsgrößen zu entkoppeln und an Arbeitskräfte zu binden, viel abgewinnen. "Für die klein strukturierten Landwirtschaften in den Bergen ist das die einzige Chance. Die derzeitige Förderungsstruktur kommt den Großbauern zugute, auch jenen im Osten Österreichs. Auf deren Seite steht auch der österreichische Landwirtschaftsminister", so Bösch.

10% des Agrarbudgets, 4,7 Mrd. Euro, fließen in den ländlichen Raum, wirken dort aber in Österreich kontraproduktiv. "Die Förderungen werden in Österreich ausschließlich der Agrarwirtschaft zugeschlagen, anstatt auch in die Infrastruktur zu fließen. So kommt es, dass die Top-Liberalisierer Postämter sperren, Busverbindungen ausdünnen etc. und damit dem ländlichen Raum extrem schaden. Das beruht auf der irrigen Vorstellung, ländlicher Raum ist gleich Landwirtschaft. Ohne entsprechende Infrastruktur ist er aber in seiner Existenz gefährdet", betont Bösch.

Im Zusammenhang mit Tiertransporten verwies Bösch auf eine gewisse Doppelmoral. "Lebendtiertransporte werden nach wie vor durch Exportförderung gestützt. Da spielt es plötzlich keine Rolle mehr, wie die Tiere im Zielland geschlachtet werden", sagte er im Hinblick auf die Schächtungsdebatte im Vorfeld des Tiroler Tierschutzgesetzes. Sein Bemühen gehe dahin, die Exportförderung für Lebendtiere gänzlich zu streichen, dann "wäre mit einem Schlag dem Transport von lebenden Rindern ein Ende bereitet". (Schluss) ml/mm

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