WBSV-Karl: STADT WIEN BEHINDERTENFEINDLICH!

Unglaubliche Stellungnahme der Stadt Wien im Jahr der Behinderten

Wien (09.05.2003) Mit scharfen Worten protestiert der Präsident des Wiener Behindertensportverbandes (WBSV) und Behindertensprecher der Wiener ÖVP, LAbg.a.D. Franz Karl, gegen die Stellungnahme des Amtes der Wiener SP-Landesregierung zur Bundessportförderungsgesetzesnovelle. "Diese Novelle erfüllt den lang geäußerten Wunsch und die wohl gerechtfertigte Forderung des österreichischen Behindertensportes nach Gleichbehandlung mit dem Nicht-Behindertensport. Der Behindertensport muss im europäischen Jahr der Behinderten endlich vom Status des 'Bittstellers' weg und zu einer rechtlich gesicherten Finanzierung hinkommen", forderte Karl weiter. Im Lichte der Diskussionen um ein Behindertengleichstellungsgesetz halte Karl die umgehende und rasche Erfüllung dieser Forderung für unverzichtbar.****

Die Stellungnahme des Landes Wien gehe von einem grundsätzlich begrüßenswerten, im Leistungssport aber eher absurden Gedanken aus, dem der totalen Integration der behinderten Sporttreibenden in den allgemeinen Sport der Nicht-Behinderten in den bestehenden Dachverbänden.

Der Österreichische Behindertensportverband (ÖBSV) ist aber kein Dachverband (wie SPORTUNION, ASVÖ oder ASKÖ), sondern vielmehr ein sogenannter "Multisparten"-Fachverband. Es wird an dem klassischen Privileg, dass der ÖBSV im Rahmen der BSO Österreichischen Staatsmeisterschaften und Österreichische Meisterschaften in vielen Sportarten für behinderten Sportler ausrichtet, wohl deutlich belegt, dass der ÖBSV nicht als Dachverband angesehen wird.

Wien von Verwirklichung des Integrationsgedankens meilenweit entfernt

Dass Wien - man nehme etwa nur den Stadtmarathon - in der Praxis selbst meilenweit von der Verwirklichung dieses Gedankens, selbst dort, wo er einigermaßen verwirklichbar wäre, entfernt ist, zeigt, dass es andere Gründe für diese Haltung geben muss. Übrigens: Auch die Argumentation, dass sich Behindertensportvereine nicht dem ÖBSV anschließen, richtet sich durch das falsche Beispiel des "Gehörlosensportklubs 1901" selbst. "Dieser Verein ist seit vielen Jahren Mitglied des Wiener Behindertensportverbandes und somit des Österreichischen Behindertensportverbandes. Seine Sportlerinnen und Sportler nehmen überaus erfolgreich an den vom ÖBSV ausgerichteten Staatsmeisterschaften und vom WBSV ausgerichteten Landesmeisterschaften teil. Das Land Wien hat wohl von Problemen mit den Gehörlosensportlern gehört, die sich aus einer Person ergeben, diese aber in totaler Unkenntnis der Behindertensportszene wohl falsch interpretiert", sagte Karl.

Anzahl der Behindertensportler darf nicht maßgebend sein

"Die Argumentation 'mit der Anzahl der Sportler' richtet sich wohl von selbst. Dies wäre vergleichbar mit einer Argumentation, man solle nicht behindertengerecht bauen, weil die Mehrzahl der Benützer eines Bauwerkes ja nicht behindert seien", kritisierte Karl weiter.

Präsident Karl wies auf eine ähnliche Haltung der Stadt Wien in Beantwortung eines Antrages der LAbg. Ingrid Lakatha vor einem Jahr hin und forderte die für den Sport zuständige SP-Landeshauptmann Stellvertreterin Grete Laska auf, diese behindertenfeindliche Stellungnahme unverzüglich zurückzuziehen. Es sei gerade im Jahre der behinderten Menschen ein Skandal, dass eine solche Stellungnahme aus der Landesamtsdirektion hinausgehen könne.

"Ich appelliere an den Herrn Landeshauptmann Häupl, den ich in der Rathausbürokratie als einen der wenigen mit einem wahren Herz für behinderte Menschen kennen gelernt habe, sofort tätig zu werden, um derartige Stellungnahmen, die auch aus dem Sportamt unterstützt zu werden scheinen, in Zukunft zu vermeiden", schloss WBSV-Präsident Franz Karl.(Schluss)

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