Sima und Naturfreunde mahnen mehr Schutz für Wasser ein

Naturfreunde: Progressive Wasserpreisgestaltung längst überfällig =

Wien (SK) Mehr Schutz für Wasser forderte SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima und Reinhard Dayer, stv. Vorsitzender der Naturfreunde, in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag. "Es ist inakzeptabel, dass etwa in Niederösterreich 40 Prozent der Hausbrunnen zu hohe Nitratwerte aufweisen", so Sima. Angesichts der laufenden GATS-Verhandlungen warnten Sima und Dayer davor, das Lebenselixier Wasser dem freien Markt auszusetzen - "die Wasserversorgung muss eine öffentliche Aufgabe bleiben", so Dayer. Die derzeit laufenden Hochwasserschutzmaßnahmen sieht der stv. Naturfreundevorsitzende düster: "Die in Angriff genommenen Regulierungen entsprechen der Technik der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts - da kann man nur sagen: gute Nacht Ökologie." Hier werde der politisch einfachste Weg gesucht, um die Leute zu beruhigen, so Dayer und Sima unisono. ****

Fast die Hälfte des Grundwassers in Österreich sind aufgrund hoher Nitratbelastungen durch Überdüngung sanierungsbedürftig, erklärte Ulli Sima. "Ein modernes und den Zielen der EU gerechtes Wasserhaushaltsgesetz" sei in Österreich daher unbedingt gefordert. Die Finanzmittel für die Grundwassersanierung müssten nach dem Verursacherprinzip aus dem Landwirtschaftsfonds der Europäischen Gemeinschaft bereitgestellt werden. Außerdem "schlagen die Naturfreunde die Einrichtung regionaler Fluss- und Wasserkonferenzen vor, in deren Rahmen entsprechende Verträge ausgehandelt werden können", so Dayer.

Das Beispiel Großbritannien zeige, "welche Nachteile eine Liberalisierung der Trinkwasserversorgung mit sich bringt", warnte Ulli Sima vor dem Hintergrund der laufenden GATS Verhandlungen. "Dort ist die Qualität des Wassers drastisch gesunken, die Preise sind jedoch drastisch erhöht worden", erläuterte die SPÖ-Umweltsprecherin. Auch für die Naturfreunde komme "ein freier Wettbewerb in Sachen Trinkwasser nicht in Frage", so Dayer. Daher müsse die Verfügungsgewalt über den Wasserschatz in Österreich in öffentlicher Hand bleiben - ein Verfassungsschutz für die Wasserressourcen auf Bundesebene erscheint den Naturfreunden dringlicher denn je. Dayer verlangte: "Wir müssen die demokratische Kontrolle über die Wasserressourcen sichern."

"Die aktuellen baulichen Hochwasserschutzmaßnahmen können nicht der Weisheit letzter Schluss sein - da wird die Ökologie und Lebensräume zerstört", so Dayer kritisch. Die Bewahrung bzw. Schaffung von Überflutungsgebieten sei eine wesentlich sinnvollere und ökologisch verträgliche Maßnahme gegen die mittlerweile fast alljährlichen Überschwemmungen. Hierzu könnten die ausgedehnten Ackerflächen in den hochwassergefährdeten Gebieten herangezogen werden - "da traut sich aber keiner drüber", so der stv. Naturfreundevorsitzende. "Der Widerspruch der Konstellation eines gemeinsamen Landwirtschafts- und Umweltministeriums ist hier am deutlichsten", ergänzte Sima.

Eine progressive Preisgestaltung beim Wasser erscheint Dayer angesichts der Tatsache, dass "86 Prozent des gesamten Trinkwasserverbrauchs in Europa auf das Konto von Industrie und Landwirtschaft gehen", längst überfällig. Es wäre "ein vernünftiges Instrument" zum Stoppen dieser enormen Wasserverschwendung, wenn Großverbraucher mehr zahlen müssten. Eine solche Regelung würde für Sparanreize sorgen und könnte, nach Vorschlag der UNESCO, zur Deckung der Wasserversorgungskosten in Entwicklungsländern herangezogen werden. "Die weltweite Wasserversorgung aller könnte damit gesichert werden", zeigte sich Dayer abschließend überzeugt. (Schluss) dp

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