Tumpel: Regierung stoppt den Ausbau im Fachhochschul-Sektor

Bis zu 3.000 Fachhochschul-Studienplätze sind gefährdet

Wien (AK) - "Mit dem Budgetvoranschlag für 2003 und 2004 wird der Ausbau der Fachhochschulstudien radikal gestoppt, es ist sogar ein Rückgang der Studienplätze zu befürchten", sagt Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel. Das jetzt im Budgetvoranschlag für 2003 vorgesehene Budget sichert gerade das Weiterlaufen der bestehenden Studiengänge. Für die Jahre 2003 und 2004 wird es keine zusätzlichen AnfängerInnenplätze geben. Für das Jahr 2004 ist ein Einfrieren des Fachhochschul-Budgets vorgesehen. Da sich in den letzten Jahren immer mehr Studierende für einen Fachhochschulplatz beworben haben, wird es mit diesem Budget zu einer extremen Verknappung kommen. Bis zu 3.000 Studienplätze sind gefährdet, obwohl sich bereits jetzt drei Bewerber um einen Studienplatz drängen.

Der Fachhochschul-Sektor gilt als die Erfolgsgeschichte der österreichischen Bildungslandschaft in den letzten Jahren. Eine praxisorientierte Ausbildung vermittelt den Studierenden profunde Kenntnisse, die ihnen eine leichte Integration in den Arbeitsmarkt eröffnen. Durch eigene Studiengänge für Berufstätige kann sich diese Gruppe eine hochschulmäßige Höherqualifizierung aneignen. "Entgegen allen positiven Aussagen im Wahlkampf stoppt die Regierung jetzt den Ausbau dieser anerkannten Bildungsschiene", sagt Tumpel.

Für den FH-Bereich gilt ein Entwicklungs- und Finanzierungsplan, der eine jährliche Ausbaurate von 600 zusätzlichen Plätzen bis 2004 vorsieht. Durch die Überführung der Sozialakademien in FH-Studiengänge und durch die starke finanzielle Unterstützung der Länder konnten die FH-Studienplätze schneller ausgebaut werden als geplant. Zur Zeit studieren 18.000 Jugendliche und Berufstätige an Fachhochschulen, im Vollausbau werden das 2004 gut 23.000 Studienplätze sein. Aber nach dem Budgetvoranschlag 2003 und 2004 ist damit Schluss, wenn nicht sogar die Kapazitäten geschmälert werden.

Es werden nicht nur interessante Ausbaupläne wie Biotechnologie oder Gesundheitswesen abgedreht. Jährlich haben sich auch drei BewerberInnen um einen Studienplatz angestellt. Letztes Jahr wurden fast 11.000 BewerberInnen abgewiesen. Für den großen Andrang an Interessierten gibt es immer weniger Möglichkeiten. "Die Chancen zur Höherqualifizierung werden dadurch deutlich beschnitten und alle Anstrengungen, europäische Standards bei der Zahl der HochschulabsolventInnen zu erreichen, vereitelt", so Tumpel abschließend.

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