ÖGB-Frauen: Ausweitung der Öffnungszeiten trifft Tausende Frauen

In handelsähnlichen Dienstleistungen künftig Arbeit am Samstag Nachmittag zulässig

Wien (ÖGB). Die von der Regierung beschlossenen Ausweitung der Ladenöffnung bedeutet eine Verschlechterung der Arbeits- und Lebenssituation für Tausende Beschäftigte in "handelsähnlichen Dienstleistungen", wie bei den FriseurInnen, in Kosmetiksalons, Copy-Shops und Reisebüros. Sie können sich darauf einstellen, dass sie in Hinkunft jeden Samstag Nachmittag arbeiten müssen, warnt ÖGB-Frauensekretärin Sylvia Ledwinka. Auch dass das Familienleben der Beschäftigten im Handel durch die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten insgesamt nicht beeinträchtigt werde, wie Staatssekretärin Haubner heute in einer Aussendung meint, weist Ledwinka zurück.++++

Gleichzeitig mit der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten hat die Regierung gestern im Ministerrat beschlossen, dass der Beginn der Wochenendruhe für die Beschäftigten in "handelsähnlichen Dienstleistungen" von 13.00 bzw. 15 Uhr auf 18 Uhr verschoben wird. Eine Samstags-Schutzregelung, die vorsieht, dass die ArbeitnehmerInnen, die am Samstag Nachmittag arbeiten, am nächsten Samstag frei haben müssen, gibt es - anders als bei den Handelsangestellten - in den meisten Kollektivverträgen in "handelsähnlichen Dienstleistungen" nicht. "Viele der Beschäftigten in 'handelsähnlichen Dienstleistungen' werden deshalb künftig jeden Samstag Nachmittag arbeiten müssen", sagt Ledwinka.

Auch für die Beschäftigten im Handel bringt die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten eine Verschlechterung ihrer Arbeits- und Lebenssituation. Der von Staatssekretärin Haubner gepriesene Erhalt der arbeitsfreien Nachmittage am 24. und 31. Dezember, ändere nichts daran, dass für die - großteils weiblichen - Beschäftigten im Handel die Vereinbarkeit von Beruf und Familie massiv erschwert werde, kritisiert Ledwinka. "Tatsache ist, dass die Geschäfte in Hinkunft wochentags bis 21 Uhr offen haben können und wenn der Landeshauptmann zustimmt, noch länger. Wo die - großteils weiblichen Beschäftigten -ihre Kinder bis in die späten Abendstunden unterbringen, interessiert die Regierung offensichtlich nicht. Bessere Rahmenbedingungen für die Beschäftigten, wie die Schaffung von ausreichenden Kinderbetreuungseinrichtungen, fehlen weiterhin ", sagt Ledwinka. (mfr)

ÖGB, 7. Mai 2003
Nr. 351

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