Habsburg: EU-Erweiterung "lebensnotwendig", Optimismus ist angesagt

Dr. Otto Habsburg plädiert vor dem Club IW für "Besinnung auf europäisches Potenzial"

Wien (PWK279) - "Wir befinden uns gerade in einer unglaublich dynamischen Phase. Österreich ist dabei eines der wesentlichen Elemente im Donauraum", so Dr. Otto Habsburg. Mit "standing ovations" wurde er gestern, Dienstag, abend von den Teilnehmern an der Club IW-Veranstaltung "EU-Erweiterung - ein wichtiger Schritt zu Paneuropa" begrüßt. Bereits zum zweiten Mal nach 1996 war Habsburg, Präsident der internationalen Paneuropa-Bewegung, Gast des "Club Internationale Wirtschaft" in der Wirtschaftskammer Österreich.

Er plädierte dafür, sich stärker auf europäisches Potenzial zu konzentrieren anstatt sich vor wirtschaftlicher Konkurrenz durch die Erweiterung oder aus Asien zu fürchten. So sei beispielsweise der Euro mindestens genauso gut wir der Dollar. Er verstehe vor diesem Hintergrund nicht, "warum wir unsere Ölgeschäfte noch immer in Dollar machen."

Die EU-Erweiterung sieht er als "lebenswichtig" an. Am Beispiel Spaniens erläutert der prononcierte Europäer die Notwendigkeit: "Den Spaniern wurde durch die EU-Erweiterung zum ersten Mal die Chance geboten, im eigenen Land erfolgreich zu sein. Und welcher Spanier lebt nicht lieber unter der Sonne Andalusiens als im kalten, nebligen Norden?" Rückblickend auf das bis jetzt Erreichte sei das Projekt eines gemeinsamen Europa eigentlich ganz rasch vonstatten gegangen:
"Die USA beispielsweise haben 200 Jahre gebraucht, um die Vereinigten Staaten zu werden." Habsburg sprach sich für eine Mitgliedschaft Kroatiens zur Union bis spätestens 2007 ebenso aus wie für die Notwendigkeit, Rumänien aufzunehmen "und etwas für Bosnien-Herzegowina zu tun."

Für Österreich sei im Bezug auf die Erweiterung um zunächst zehn europäische Länder Optimismus angesagt, erklärt der rüstige 91-Jährige, denn: "Es ist noch nie etwas durch Pessimisten geschaffen worden!" Natürlich gebe es Gefahren, derer man sich bewusst sein müsse: Eine davon sei die "Krise der Politik": Die Demokratie sei ein lebendiges Wesen, wichtig sei der direkte Kontakt. "Leider setzt sich das System immer mehr von der Bevölkerung ab." (JR)

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