Haider kontra Kanzler: "Schüssel will nach FP ÖGB ausschalten"

Alt-FP-Obmann im NEWS-Interview zu Rot-Blau & Neuwahl-"Risiko": "Denke über andere Mehrheiten nach" - "FP käme auf mindestens 15 %".

Wien (OTS) - In einem Interview in der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazin NEWS stellt sich der Kärntner Landeshauptmann im Konflikt zwischen dem ÖGB und VP-Kanzler Schüssel demonstrativ auf die Seite der Gerwerkschafter.

Haider über den ÖGB-Streik: "Ich habe nie gesagt, dass ich gegen die Streiks bin, Streik ist ein elementarisches Grundrecht."

Haider über die Machtprobe zwischen dem ÖGB und Kanzler Schüssel:
"Ich habe immer gesagt, dass es dem Schüssel darum geht, immer irgendjemanden auszuschalten. Einmal den Haider, dann den ÖGB usw. Er ist wie ein Jäger, der auf alles schießt, was ihm vor die Flinte kommt - auch wenn Schonzeit ist."

Der Alt FP-Obmann verstärkt zudem seine Kritik an der Pensionsreform der Regierung und appelliert an seine Partei gegenüber Kanzler Schüssel hart zu bleiben: Haider zu Rücktritts-Drohungen von Vizekanzler Haupt: "Solche Themen (wie die Pensionsreform) eignen sich nicht, die Partei unter Druck zu setzen. Wir sind nicht eine Regierung gegangen, um ein aktives Wählervertreibungsprogramm zu machen, sondern um verlorene Wähler zurückzugewinnen . Und da haben wir einen erheblichen Handlungsbedarf .Die Aktion Wählervertreibung ist zu beenden."

Haider zum FP-internen Zwist um die Pensionsreform: "Die Pensionsreform hat, wie sie jetzt ist, keine Zustimmung in der FP. Das ist doch ein Alarmsignal für die Führung, dass es notwendig ist, ein besseres Ergebnis zu erzielen."

Haider über die Zukunft von Schwarz-blau: "Die Pensionsreform wird entscheiden, ob wir in der Koalitions verbleiben, allfällige Neuwahlen nach Scheitern einer gemeinsamen schwarz-blauen Pensionsreform" müsse die FPÖ, so Haider im NEWS-Interview, nicht fürchten.

Haider über das FPÖ-"Risiko" bei Neuwahlen: "Für die FP ist der Ausstieg aus der Koalition weniger riskant, wenn wir aufgrund unserer Grundsätze in der Pensionsfrage mit der VP auseinandergehen. Dann würde die Leute sehen, dass wir eine anständige Haltung haben. Dann hätte Haupt eine Partei, die wieder mindestens 15 Prozent hat."

Haider über eine mögliche Rot-blaue Koalition nach Scheitern von Schwarz-Blau: "Dann wären die Karten neu gemischt." Und: "Nach allem, was man miterlebt hat, wie leichtfertig das Duo Schüssel-Grasser mit dem sozialen Frieden im Land umgeht, denke auch über andere Mehrheiten nach."

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