AK: ARA-Kunststoffsammlung bringt für die Umwelt wenig und kostet den Konsumenten viel Geld

Wien (AK) - Als teuer für die Konsumenten und zudem ökologisch zweifelhaft kritisiert AK-Umweltexperte Werner Hochreiter die Altstoff Recycling Austria (ARA). "Man soll sich nicht täuschen lassen von den Zahlen über Millionen eingesammelte Müllsäcke und Angaben zu Einsparungen. Die Frage ist: Einsparungen für wen? Und:
Abfallsammlung zu welchem ökologischen Nutzen? so Hochreiter. "Auch die ARA 2002 steht für eine teure und ökologisch fragwürdige Kunststoffsammlung, für freiwillige Vereinbarungen der Wirtschaft statt Abfallvermeidung und zehn Jahre privates Monopol ohne öffentliche Kontrolle". ARA bedeutet für die Konsumenten, dass sie für die Finanzierung des Systems im Geschäft einen beträchtlichen Aufschlag zahlen müssen - pro Haushalt rund 60 Euro im Jahr. Für die Umwelt hätte man das Geld sinnvoller einsetzen können: Nur ein Viertel der gesammelten Kunststoffverpackungsabfälle wird stofflich verwertet. Die AK verlangt mehr Wettbewerb bei Sammel- und Versorgungssystemen und eine wirksame Kontrolle im Interesse der Konsumenten.

Für die Konsumenten bedeutet das ARA-System unnötige Kosten: Das private ARA-Monopol diktiert die Tarife, es fehlt an Wettbewerb. "Obwohl 50 Prozent der Unternehmen für ihre Kunststoffverpackungen nichts zahlen, hat das Umweltministerium bisher Kontrollen verhindert", kritisiert Hochreiter. Die Finanzierung erfolgt durch einen für die Konsumenten unsichtbaren Aufschlag auf die Preise im Geschäft. "Die Lenkungswirkung, die das Ganze haben sollte, nämlich ein Rückgang von Verpackungen aufgrund dieses Preisaufschlages, hat nie stattgefunden", sagt Hochreiter. Stattgefunden hat dagegen eine Erhöhung der Gesamtausgaben der Konsumenten für Abfallbehandlung- und Beseitigung: Zu den kommunalen Müllgebühren - 180 € je Haushalte-, kommen nun noch rund 60 € für die Preisaufschläge.

Auch für die Umwelt bringt das ARA-System nur wenig: Das getrennte Sammeln von Kunststoff-Leichtverpackungen, wie zum Beispiel Plastiksackerl, ist weitgehend sinnlos - es kostet nur Geld, bringt aber ökologisch nichts. Denn Kunststoffe im Abfall müssen den nach den neuen Deponiebestimmungen ohnedies verbrannt werden. Der Aufwand der Kunststoffsammlung ist für die geringe Menge an tatsächlich stofflich wiederverwertetem Kunststoff sehr hoch. Kunstoff-Recycling soll dazu beitragen, Erdöl zu sparen. Das geht aber auf andere Weise wesentlich billiger und nachhaltiger: zB läßt sich mit den gleichen Mitteln für Wärmedämmung und Fernwärme ein Vielfaches an CO2 einsparen. Insoferne sind die Summen, die ins ARA-System fließen, für den Klimaschutz verlorenes Geld.

Nirgendwo in Europa gibt es ein System, das über ein die Haushalts-und Gewerbesammlung überspannendes Monopol verfügt und alles operativ selber machen darf. Noch immer fehlt die nötige Genehmigung durch die Kartellbehörden. Nach Ansicht der AK sollte das ARA-Monopolsystem auf den Bereich der Haushaltsentsorgung beschränkt werden.

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