Chorherr - Radboom zeigt: Rasche Verdopplung des Radverkehrs in Wien möglich!

Streiktag offenbart massive Schwächen bei Radverkehrsinfrastruktur

Wien (Grüne) - In einer Reaktion auf den Radboom am gestrigen Streiktag fordert Klubobmann Chorherr verkehrspolitische Konsequenzen: "Wir haben gesehen, dass Wiens Radverkehrsanlagen völlig überfordert sind mit einem derartigen Fahrradansturm. Gestern war das enorme Radverkehrspotential in Wien erkennbar. Alle haben gesehen, was sich auf Wiens Radverkehrsanlagen abspielt, wenn wir uns den 8 Prozent Radverkehrsanteil am modal split nähern. Diesen Anteil bis 2010 zu erreichen ist ja auch Ziel der Stadt Wien. Welches Angebot macht die Stadt den WienerInnen die, die seit gestern Lust aufs Umsteigen hat? Völlig überlastete Radverkehrsanlagen und keine freien Abstellplätze zeigen, dass jetzt rasch gehandelt werden muss."

Die Grünen verweisen in diesem Zusammenhang erneut auf den völlig überlasteten Ringradweg. 18 (!) Rad-Unfallschwerpunkte liegen alleine am Ringradweg. Die Umsetzung eines Gesamtkonzeptes unter Einbeziehung der Nebenfahrbahnen wird schon seit Jahren gefordert, die aktuellen Sanierungsmaßnahmen sind nur ein Tropfen auf dem heissen Stein.

Viele WienerInnen begreifen, dass das Fahrrad auf kurzen Strecken das ideale Verkehrsmittel ist. Nicht nur am Streiktag. In Ballungsräumen ist man mit dem Fahrrad bei Strecken bis zu fünf Kilometer in der Regel schneller am Ziel als mit dem Auto. "Das Bild von RadlerInnen in Anzug und Krawatte darf keine Ausnahme bleiben und ist in vielen Städten Alltag. Wer gestern unterwegs war, hat gesehen, dass mindestens doppelt so viele Radler unterwegs waren", so Chorherr.

Doch die Reaktionen aus der Bevölkerung zeigen auch die Schwächen des derzeitigen Radnetzes auf: zu schmale Radwege, zu viele gefährlichere Zweirichtungsradwege, kaum Aufstellflächen auf Radwegen für Radler vor Ampeln. Chorherr: "Stadtrat Schicker darf beim Radwegenetzausbau keine weiteren Schmalspurvarianten zulassen. Schon wieder droht eine große Chance, verpasst zu werden, wie jetzt etwa beim Wiental, wo ein Radfleckerlteppich der Idee eines durchgehenden Radweges von Hütteldorf bis Donaukanal im Bett des Wienflusses vorgezogen werden dürfte. Es geht nicht an, daß die RadfahrerInnen nur die Restflächen bekommen. Die Prioritätensetzung der Stadt muss sich endlich ändern!"

Um den RadlerInnen die sonst unübliche "Parkplatzsuche" zu ersparen, soll sich nach Ansicht der Grünen Stadtrat Schicker endlich um eine Einigung bei den Viennabike Abstellanlage bemühen. "Wenn nichts passiert, werden die Terminals in wenigen Wochen um rund 35.000 EUR abgerissen. Nach dem gestrigen Fahrradhighlight wäre das das komplett falsche Signal", so Chorherr abschließend.

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