"Mit Stock und Hut" in der Hermesvilla

Spaziergang durch das Wiener Biedermeier

Wien (OTS) - Zu einem Spaziergang durch das Wien des Biedermeier lädt die Ausstellung "Mit Stock und Hut", die vom 8. Mai bis 14. September in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten zu sehen ist. 165 Arbeiten auf Papier, Aquarelle, Gouachen und Zeichnungen, geben einen Eindruck, wie die Künstler dieser Zeit die Stadt und ihre Umgebung festhielten, wie sie als "Flaneure" den Alltag wiedergaben. Zugleich dokumentiert die Schau mit Arbeiten von Meistern wie Jacob und Rudolf Alt, Peter Fendi, Moritz Daffinger und Joseph Danhauser den reichen und vielfältigen Bestand des Museums an wertvollen aus dieser Ära. "Mit Stock und Hut" ist Dienstag bis Sonntag und Feiertag von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintrittspreis für die Hermesvilla beträgt 3,60 Euro, es gibt Ermäßigungen für Schüler, Lehrlinge, Studenten, Präsenz- und Zivildiener, Senioren, behinderte Personen und Familien.****

Gemeinsam mit Künstlern wie Jacob Alt (1789 - 1872), Rudolf Alt (1812 - 1905), Peter Fendi (1796 - 1842), Johann Matthias Ranftl (1805 - 1854), Tobias Dionys Raulino (1785 - 1839) und Balthasar Wigand (1770 - 1846) unternimmt der Besucher einen lustvollen Spaziergang durch das Wien der Biedermeierzeit. Der Weg führt ihn dabei von der Peripherie der Stadt in ihr Zentrum. Er durchwandert die Hänge des Wienerwaldes, streift die Vororte, flaniert durch Straßen und Gassen, Hinterhöfe und Plätze, spürt dem Alltagstagtreiben auf Märkten nach und wagt sogar den Blick in das bürgerliche Interieur mit seinen Salons, Kabinetten, Wohn-, Schlaf-und Arbeitszimmern.

Durch das Fernhalten des Bürgertums vom politschen Geschehen im Metternichschen Polizeistaat, tritt der private Lebensraum in den Mittelpunkt. Der Bürger genießt seine "freie Zeit" und sucht Vergnügen und Unterhaltung auf Landpartien, bei Spaziergängen, beim Heurigen, im Prater, in Tanzlokalen, im Kaffeehaus und im Theater um sich vom harten Alltag, der tristen sozialen Lage und der unsicheren politischen Situation abzulenken.

Eines der beliebtesten Themen für Künstler dieser Zeit ist die Natur. In den unberührten Wald- und Hügellandschaften des Wienerwaldes entstehen Landschaftsbilder, die sich mit der detaillierten Wiedergabe der Natur beschäftigen wie z. B. Friedrich Loos' (1797 - 1890) "Blick über Kahlen- und Leopoldsberg in Richtung Donau" oder Thomas Enders (1793 - 1875), "Blick vom Cobenzl auf Grinzing". Neben der Naturlandschaft weckt auch die Architekturlandschaft zunehmend das Interesse der Künstler. Das städtische Treiben, die Hinterhöfe, die großen und kleinen Plätze, die engen Straßen und Gassen werden zum begehrten Studienobjekt.

Große Bedeutung erlangt in dieser Zeit auch die Pflege von Kunst und Kultur. Das wohlhabende Bürgertum entwickelt sich zum wichtigsten Förderer. Die Häuser der kunstinteressierten und einflußreichen Mäzene werden zum Treffpunkt von Literaten, Komponisten, Schauspielern, Bildhauern und Malern. Der Blick in den bürgerlichen Wohnraum wird für viele Künstler wie z.B. Stephan Decker (1784-1845), zum Themenschwerpunkt.

Die Anteilnahme des Künstlers am Leben der bürgerlichen Familie findet ihren Ausdruck in der Darstellung von Einzel-, Gruppen- und Familienbildnissen. Besonders beliebt sind im Wien der 1820er und 1830er Jahre Portraits von Moritz Michael Daffinger (1790 - 1849), dem wohl begabtesten und erfolgreichsten Portraitisten seiner Zeit. Neben einem Portrait von seiner Tochter Mathilde zeigt die Ausstellung weitere Beispiele von biedermeierlicher Portraitkunst u.a. von Josef Danhauser (1805- 1845), Johann Nepomuk Ender (1793-1854), Albert Schindler (1805 - 1861) und Philipp Stubenrauch (1784 -1848).

Allgemeine Informationen:
o Hermesvilla:
http://www.museum.vienna.at/dynamicPage.asp?MenuID=1715

rk-Fotoservice: http://www.wien.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) gab

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