Sicherung der Altlast Lobau im Gange

Kossina: 75 Millionen Euro für nachhaltigen Umweltschutz

Wien (OTS) - "Die Bauarbeiten zur Sicherung des Tanklagers Lobau sind voll im Gange. Ein Projekt, das gerade in diesem sensiblen Gebiet besonders wichtig ist", meint Umweltstadträtin Dipl.-Ing. Isabella Kossina am Mittwoch in einem Mediengespräch.

Im Bereich des Zentraltanklagers in der Oberen Lobau und in dessen näherer Umgebung befinden sich Verunreinigungen im Boden durch Mineralöl bzw. Kohlenwasserstoffe - eine Kriegsaltlast, die in erster Linie durch Bombardements während des 2. Weltkrieges entstanden ist.

Aufgrund der Strömungsverhältnisse des Grundwassers, die auch mit den wechselnden Wasserständen der Donau, im Hafen Lobau und in der Neuen Donau variieren, kann es zu Verunreinigungen in der Unteren Lobau kommen. Das Gebiet des Tanklagers wurde daher als Altlast mit der Priorität 1 eingestuft und im Altlastenatlas ausgewiesen.

Von der Magistratsabteilung 45 - der für Altlasten zuständigen Fachabteilung in Wien - wurde gemeinsam mit Zivilingenieuren, nach einem umfangreichen Variantenstudium, ein Projekt zur Absicherung der Altlast ausgearbeitet. Für dieses Projekt wurden alle erforderlichen Bewilligungen (Wasserrecht, Nationalpark, Forstrecht) eingeholt.

Vor Erstellung eines Projektes wurde ein umfangreiches Variantenstudium durchgeführt, bei dem 22 Hauptvarianten und zahlreiche Untervarianten einer näheren technischen und ökonomischen Bewertung unterzogen wurden.
Aus diesen Varianten wurde in Zusammenarbeit mit den zuständigen Amtssachverständigen und den Vertretern der Kommunalkredit Austria AG die technisch sinnvollste und wirtschaftlichste Variante ausgewählt.

"Das Projekt sieht die Errichtung einer ca. 3,3 km langen L-förmigen Dichtwand entlang der Neuen Donau und der Lobgrundstraße vor. Diese Dichtwand hat die Aufgabe künftig eine Durchströmung der Altlast von der Neuen Donau her zu unterbinden. Auf Grund der geologischen Verhältnisse in diesem Bereich muss diese Dichtwand stellenweise bis in eine Tiefe von ca. 65 m unter dem Gelände ausgeführt werden. In Summe ist die Errichtung von ca. 145.000 m2 Dichtwand vorgesehen", erklärt Magistratsabteilung 45 -Abteilungsleiter Dipl.-Ing. Walter Redl.

Im nordöstlichen Teil des Tanklagers werden insgesamt 7 Sperrbrunnen errichtet. Der Betrieb dieser Sperrbrunnen wird abhängig vom jeweiligen Grundwasserstand erfolgen. Durch diese Brunnen wird ein Abströmen von kontaminiertem Grundwasser aus dem Bereich des Tanklagers in die Untere Lobau verhindert. Das geförderte Wasser wird nach einer Reinigung in den Ölhafen abgeleitet.

Die Bauarbeiten werden in drei Bauabschnitten durchgeführt werden. Die Gesamtbauzeit wird drei Jahre betragen. Derzeit ist der Bauteil 1, die Errichtung der Dichtwand in Bauausführung.
Der Bauteil 2, die Errichtung der Brunnen, Rohrleitungen und die Steuerungstechnik folgt im Herbst 2003.

Der 3. Bauabschnitt, die Renaturierung des Hausgrabens wird im Herbst 2004 begonnen. Die Gesamtprojektskosten belaufen sich auf ca. 45 Millionen Euro.

Begonnen wurde auch mit der Sicherung der Altlasten Siebenhirten und Mobil Breitenleer Straße. Mit diesen drei Großprojekten werden 75 Millionen Euro in die Sicherung der Altlasten investiert. "Diese High-Tech-Maßnahmen dienen nicht nur dem Umweltschutz, sondern auch der Wiener Wirtschaft. Viele Arbeitsplätze im Bau- und Zulieferungsbereich werden so in der Bundeshauptstadt gesichert", erklärt Umweltstadträtin Dipl.-Ing. Isabella Kossina. (Schluss) vit

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